Schrottmarktbericht Mai 2022

Preissturz bei allen Sorten

Wie angekündigt haben die Preise für Stahlschrott im Monat Mai deutlich nachgegeben. Eingeleitet wurde der Preisrückgang durch die schwache Nachfrage der türkischen Verbraucher. Als Gründe wurden fallende Stahlpreise genannt, sowohl in der Türkei als auch in China. Hinzu kamen die günstigen Beschaffungsmöglichkeiten von russischen Knüppeln. Die Preise haben sich demzufolge auch in Deutschland und im benachbarten, europäischen Ausland stark abgeschwächt. Der stärkste Rückgang war bei den italienischen Stahlwerken zu verzeichnen. Die Abschläge beliefen sich hier zwischen € 85,00/t und € 130,00/t. Durch den Wegfall an Exportmöglichkeiten war das Altschrottaufkommen sehr hoch. Der Bedarf der Werke war zufriedenstellend. Die Nachfrage nach Stahlneuschrott war, je nach Werk und Region, sehr unterschiedlich. In Italien wurden bei diesem Preisniveau nur Kontaktmengen abgeschlossen. Durch aggressive Angebote im Baustahlbereich, hauptsächlich aus China und dem Iran, stehen die Werke sehr unter Druck und führen ihre Preispolitik darauf zurück. In Deutschland waren die Abschläge, je nach Sorte und Bedarf, nicht ganz so hoch und lagen zwischen € 50,00/t und € 70,00/t. Aus Luxemburg und Frankreich wurden nahezu identische Preisabschläge gemeldet.

Aussichten

Der europäische Dachverband der Stahlproduzenten EUROFER geht in seiner aktuellen Quartalsprognose davon aus, dass die Stahlnachfrage, aufgrund von Engpässen in der Lieferkette, den Folgen des Krieges in der Ukraine und der steigenden Energiekosten sinkt. Die Entwicklung des Marktes ist von vielen unsicheren Faktoren abhängig. Das wird sich auch auf die Stahlschrottbranche auswirken. Noch ist unklar, wie sich die Schrottpreise entwickeln werden. Mit weiteren Abschlägen ist zu rechnen.

Metalle

Die Stimmung bei allen Industriemetallen ist deutlich eingetrübt. An den Metallmärkten haben sich die Verluste ausgeweitet. Alle Metallpreise standen unter Druck – größter Verlierer war Nickel mit einem Minus von über 6 %. Der Preis ist zwischenzeitlich auf US$ 27.500,00/t abgesackt. Die Börsennotierungen reagieren empfindlich auf schlechte Wirtschaftsprognosen und den damit verbundenen Sorgen vor einer schwachen Nachfrage.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Die Nickelnotierung hat sich deutlich abgeschwächt und scheint sich bei US$ 27.000,00/t einzupendeln. Durch die stark gefallenen Schrottpreise hat sich auch der FE-Grundpreis nach unten korrigiert. Die Werke agieren vorsichtig und haben ihre Preise für Edelstahlschrotte deutlich zurückgenommen. Für Juni werden für Edelstahlschrott weitere Preisabschläge im dreistelligen Bereich angekündigt.

Aluminium

Aluminium

Die Aluminiumnotierungen an der Londoner Börse LME sind deutlich gefallen. Am deutschen Aluminiummarkt wird mit einem Konjunkturrückgang gerechnet. In der Zulieferbranche wird von weniger Anfragen berichtet. Durch den rückläufigen Absatz in der Automobilbranche und den unregelmäßigen Abrufen haben sich die Blockpreise im Sekundärmarkt deutlich abgeschwächt. Demzufolge sind die Preise für Aluminiumspäne und Alu-Sekundärschrott stark gefallen. Teilweise wurden die Preise von den Werken ausgesetzt. Im Primärbereich ist die Nachfrage immer noch gut. Es werden immer noch Prämien bezahlt.

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer notiert aktuell bei US$ 9.550,00/t und erholt sich mittlerweile, nach dem rasanten Fall unter die Marke von US$ 9.000,00/t Mitte des Monats. Von allen Industriemetallen reagiert Kupfer am empfindlichsten auf die wirtschaftliche Entwicklung, den Krieg in der Ukraine und dem Lockdown in China. Die Nachfrage in der Kupferbranche ist jedoch nach wie vor gut.

Haftungsausschluss – Disclaimer

Die Informationen zur Marktlage dienen ausschließlich der unverbindlichen Information der Kunden und Interessenten der Schuler Rohstoff GmbH. Keine der in diesem Dokument enthaltenen Informationen ist als Aufforderung zu einer Transaktion zu verstehen. Es wird keine Gewähr für die Vollständigkeit, Genauigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Informationen übernommen. Aufgrund unvorhersehbarer Risiken, Ungewissheiten und sonstigen Faktoren kann es bei in die Zukunft gerichteten Aussagen zu Abweichungen von den hier gegebenen Einschätzungen kommen. Alle, unter Berücksichtigung dieser Informationen, ergriffenen Transaktionen geschehen auf eigene Verantwortung. Es wird jegliche Haftung ausgeschlossen.

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Schrottmarktbericht April 2022

Stahlschrottpreise setzen Aufwärtstrend fort

Die Stahlschrottpreise kennen auch in diesem Monat nur eine Richtung, auch wenn sich einige Stahlwerke weigerten, dem Trend einer weiteren Preiserhöhung zu folgen. Viele Faktoren waren für diese Preisentwicklung maßgebend. Zum einen war es das regional unterschiedliche Preisniveau des Vormonats, zum anderen differierten die Bedarfe der Verbraucher und woanders bestand die Sorge bestimmte Sorten, mangels geringerer Aufkommen, nicht zu bekommen. Neuschrott war im Süden der Republik vorhanden und konnte Richtung Italien nur schwer abgesetzt werden. Im Nordwesten und Westen dagegen war dieser eher knapp, was auf die Kurzarbeit in der Automobilindustrie zurückzuführen ist. Nach Pandemie und Chipkrise verstärken der Ukraine-Krieg und der erneute Lockdown in China die Lieferkettenprobleme. Ein verzerrter Markt mit unterschiedlichen Preisen pro Sorte war die Folge. Je nach Sorte und Zeitpunkt der Abschlüsse erhöhten sich die Preise zwischen € 20,00/t und € 55,00/t.

Aussichten

Der Krieg in der Ukraine bestimmt das ganze Marktgeschehen. Preissteigerungen für Strom und Gas, unterbrochene Lieferketten, Rohstoffengpässe und fehlende Absatzmärkte belasten nicht nur die Stahlindustrie und die gesamte Kreislaufwirtschaft, sondern haben Folgen auf die gesamte Wirtschaftslage. Noch verzeichnen die deutschen und europäischen Stahlwerke volle Auftragsbücher, da der Stahlimport aus den GUS-Staaten aufgrund des Ukrainekriegs zum Erliegen kam. Auch die türkischen Verbraucher werden sich mit europäischem Schrott eindecken müssen, da kein Schrott aus Russland oder der Ukraine fließen wird. Dennoch erwartet die Branche im Mai einen deutlichen Rückgang der Preise. Es wird bereits von minus € 60,00/t gesprochen.

Metalle

Die Notierungen aller an der LME notierten Metalle haben im Verlauf des Monats nachgegeben, mit einer Ausnahme, und das war Nickel. Die Prognosen sind sehr unterschiedlich. Die Entwicklungen rund um das Kriegsgeschehen in der Ukraine bleiben auch in den kommenden Wochen ein relevanter Faktor für die Preisentwicklung aller NE-Metalle.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Nach den Turbulenzen an der London Metal Exchange (LME) im letzten Monat verharren die Basispreise am Edelstahlmarkt auf hohem Niveau. Die Nickelpreise notierten in den letzten vier Wochen stabil zwischen US$ 32.000,00/t und US$ 34.000,00/t. Die Nachfrage der Edelstahlwerke nach legiertem Schrott ist immer noch sehr hoch. Trotzdem macht sich auch hier, aufgrund des Ukrainekriegs, Unsicherheit am Markt breit. Mit einer preislichen Entspannung rechnen Markanalysten jedoch nicht. Allerdings geht die Nickel Study Group in ihrer aktualisierten Prognose davon aus, dass sich das Angebotsdefizit im letzten Jahr in einen Überschuss in diesem Jahr drehen soll. Der von der INSG erwartete Angebotsüberschuss in diesem Jahr sollte einen starken Anstieg des Nickelpreises verhindern (Quelle: Commerzbank Research).

Aluminium

Aluminium

Die Preise für Aluminium haben sich in den letzten Wochen deutlich nach unten entwickelt. Die Preise für Primäraluminium haben seit Anfang März um fast 20 % nachgegeben. Trotz voller Auftragsbücher in der Automobilindustrie kommt es durch massive Störungen in den Lieferketten zu verzögerten Abrufen bei den Aluminiumwerken. Auch im Sekundärbereich gaben die Preise nach. Zeitweise wurde der Handel für Aluminiumspäne ausgesetzt (Quelle: MBI NE-Metalle Monitor).

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer ist in den letzten zwei Wochen unter die Marke von US$ 10.000,00/t gefallen. Unter den Marktteilnehmern herrscht zwischenzeitlich große Sorge, dass die Nachfrage in China weiter einbrechen könnte, da die chinesische Regierung an den strengen Coronamaßnahmen festhält und nun auch über die Hauptstadt Peking ein Lockdown verhängt werden soll.

Aktuell spitzt sich die politische Lage in Peru zu. Die Kupferminen-Produktion wird derzeit lahmgelegt, um Druck auf die Regierung auszuüben, mehr soziale Gerechtigkeit zu schaffen und mehr für den Umweltschutz zu leisten. Am Kupfermarkt rechnet man eher mit einem Angebotsdefizit als mit einem Überschuss (Quelle: Commerzbank Research, MBI NE- Metalle Monitor).

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Schrottmarktbericht März 2022

Preisexplosion im Energie- und Rohstoffbereich – der Krieg und seine Folgen

Die ganze Kreislaufwirtschaft hat mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine zu kämpfen. Die Zerstörung des ukrainischen Stahlwerks, der massive Anstieg der Energie- und Treibstoffpreise, fehlende Rohstoffe, die Unterbrechung der Lieferketten und die fatalen Folgen für die gesamte Automobilindustrie haben die Märkte stark ins Wanken gebracht. Produktionsunterbrechungen und Kurzarbeit verringerten das Schrottaufkommen, was sich bei der stark gestiegenen Nachfrage der Stahlwerke stark auf die Preisentwicklung auswirkte. Die Preisverhandlungen verliefen zäh und zogen sich bis über die Monatsmitte hinaus. Einige Stahlwerke in Deutschland und im benachbarten Europa setzten ihre Produktion, wegen den hohen Energiekosten, tage- und wochenweise aus. Parallel dazu verschärfte sich die Nachfrage nach Stahlschrott der türkischen Verbraucher. Die türkischen Stahlwerke profitierten von dem Wegfall russischer und ukrainischer Stahlprodukte und verbuchten zusätzliche Aufträge, was die Schrottpreise regelrecht in die Höhe trieb. Die Preise für Stahlaltschrott stiegen im Norden und Nordwesten um bis zu € 120,00/t. Im Süden wurden bis zu € 100,00/t mehr bezahlt. Hier war die Nachfrage insgesamt schwächer. Trotz einer immer noch guten Auftragslage war die Nachfrage der italienischen Stahlwerke sehr verhalten. Teilweise konnten nur Kontaktmengen abgeschlossen werden. Die Preisentwicklung für Neuschrott lag weit unter dem von Altschrott. Hier wurden Preisanpassungen zwischen € 60,00/t und € 70,00/t vorgenommen. Die Preise haben insgesamt ein noch nie da gewesenes Niveau erreicht.

BDSV Durchschnittliche Lagerverkaufspreise Bundesweit 2022 Sorte 2/8

Aussichten

Nach den ergebnislosen, diplomatischen Gesprächen ist ein Ende des Krieges in der Ukraine nicht abzusehen. Die Abhängigkeit von russischem Gas und russischen Rohstoffen wird fatale Folgen für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung haben. Es wird immer schwieriger Prognosen abzugeben. Alle in die Kreislaufwirtschaft eingebundenen Betriebe kämpfen gleichermaßen mit gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreisen. Die Ein- und Ausgangsfrachten sowie die Umschlagkosten erhöhten sich um 20 %. Niedrigwasser, fehlende Waggons, ausgeschöpfte Kreditlimits und ein hoher Krankenstand in Folge von Corona belasten das Geschäft zusätzlich. Jeder versucht an der Preisschraube zu drehen, aber mehr oder weniger ohne Erfolg. Wie sich die Preise im Monat April entwickeln werden ist stark abhängig von dem Bedarf der Werke. Die türkischen Verbraucher haben ihre Preise bereits zurückgenommen. Die italienischen Werke haben Druck auf die Regierung ausgeübt und per Dekret eine Notifizierungspflicht für Stahlschrottexporte außerhalb der EU bewirken können. Die Bestimmung gilt vorerst bis 31.07.2022.

Es herrscht große Unsicherheit im Markt und keiner weiß, wie sich dies im April entwickeln wird. Noch sehen wir keine große Preiserholung – alles ist abhängig von der sich fast täglich ändernden Nachrichtenlage.

Metalle

Die Metall-Notierungen an der LME kennen seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine nur noch eine Richtung und die zeigt nach oben. Die Volatilität ist immens und an den Metallmärkten grassiert die Angst vor Angebotsausfällen.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Der deutsche Edelstahlmarkt musste sich in den letzten Wochen mit einer noch nie dagewesenen Situation auseinandersetzen. Am 08. März schossen die Nickelkurse blitzartig nach oben und erreichten kurzfristig einen Wert von über US$ 100.000,00/t. Die London Metal Exchange setzte unmittelbar danach den Handel aus. Die Situation am Nickelmarkt ist auch nach der Wiederaufnahme des Handels weit von einer Normalisierung entfernt. Der Fe-Grundpreis ist stark gestiegen ebenso der Ferrochrom-Benchmarkpreis. Der Unfall bei einem französischen Edelstahlwerk Anfang des Jahres führte zu Lieferengpässen mit noch nicht absehbaren Folgen. Auch die stark gestiegenen Energiekosten belasten die Werke extrem, was zu Produktionsunterbrechungen in einigen wichtigen Edelstahlwerken führte und die Verfügbarkeit an Edelstahl zusätzlich belastet. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Auch hier gelten die gleichen Prognosen wie für Stahlschrott.

Aluminium

Aluminium

Auch am Aluminium-Markt herrschte kurzfristig ein großer Preisanstieg. Zwischenzeitlich hat sich dieser verlangsamt. Aber auch hier schlagen höhere Fracht- und Energiekosten zu Buche. Die Produktion der Automobilindustrie ist durch fehlende wichtige Komponenten ins Stocken geraten. Dadurch werden Abrufe bei den Automobilzulieferern im Aluminiumbereich nach hinten geschoben. Für viele Aluminiumverarbeiter ist die Beschaffung derzeit aber das größere Problem. Im Sekundärbereich ist der Aluminiumschrottanfall derzeit noch zufriedenstellend. Alles steht und fällt auch hier mit der Automobilindustrie.

Kupfer

Buntmetalle

Auch Kupfer hat sich dem Trend der anderen Metalle angeschlossen und erreichte kurzfristig ein Allzeithoch von US$ 10.800,00/t. Die Kurse halten sich aktuell konstant über US$ 10.000,00/t. Die Verfügbarkeit an Kupferschrotten hat sich seit dem letzten Berichtsmonat verringert. Durch die hohen Preise wurden sehr viele Mengen gehandelt. Auch die Kupfervorräte haben, laut Goldman Sachs, stark abgenommen. Da Russland auch hier einer der größten Produzenten ist, verschärft sich im Kupferbereich der Wettbewerb um verfügbares Material. Eine Preiserholung ist auch hier nicht in Sicht (Quelle Commerzbank Research).

 

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Schrottmarktbericht Februar 2022

Höhere Schrottpreise im Februar

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hat die Zahlen der Rohstahlproduktion in Deutschland veröffentlicht. Im Gesamtjahr 2021 wurden 40,1 Mio. Tonnen produziert. Davon entfallen 12 Mio. Tonnen auf die Elektrostahlproduktion und knapp 28 Mio. Tonnen auf die Oxygenstahlproduktion. Die Pandemie und die stark gestiegenen Energiekosten wirken sich laut WV Stahl bremsend auf die Stahlkonjunktur aus. Im Januar 2022 wurden mit knapp 3,3 Mio. Tonnen weniger Rohstahl erzeugt. Damit ist die Rohstahlproduktion zum Vorjahr um 1,4 % gesunken.

Rohstahlproduktion in Deutschland im Januar (Quelle: BDSV SchrottMarkt 15/2022 - Preise national/international, S.3)

Der Verband der europäischen Stahlproduzenten (Eurofer) erwartet für dieses und das nächste Jahr Wachstumsraten von 3,2 % und 1,7 %. Die Aussichten seien aber düsterer geworden. Verantwortlich dafür seien Lieferkettenprobleme, die bis mindestens Mitte des Jahres andauern sollen und vor allem die Automobilindustrie betreffen.

Nach dem Preisrückgang im Januar sind die Preise für Stahlschrott im Februar überraschenderweise gestiegen. Verbraucher und Handel hatten eher mit einer Seitwärtsbewegung der Preise gerechnet. Verantwortlich und Preistreiber waren, wie schon so oft die türkischen Stahlwerke, die aufgrund von besseren Verkaufspreisen und Absatzmöglichkeiten die Nachfrage nach Stahlschrott in Europa forcierten. Letztendlich konnten europäische Schrottexporteure ihre Preisforderungen durchsetzen und die Werke im Inland, sowie europäischen Ausland, mussten nachziehen. Je nach Region, Sorte und Zeitpunkt des Abschlusses waren Preisaufschläge zwischen € 5,00/t und € 25,00/t zu verzeichnen. Die Nachfrage nach Neuschrott fiel in Italien deutlich geringer aus als in anderen Ländern und Regionen. Teilweise wird beim Handel ein schwacher Eingang dieser Sorte beklagt. Auch hier gibt es regional deutliche Unterschiede. Zu beklagen ist das Nord-Südgefälle für Altschrott. Bedingt durch den starken Export sind Betriebe im Süden des Landes deutlich im Nachteil, da die Frachten den höheren Erlöspreis auffressen, vorausgesetzt man verfügt über einen Wasseranschluss.

Probleme gibt es in der Logistik. Es fehlen Waggons und Speditionen zugleich. Die Bahn argumentiert mit Personalengpässen durch Coronaausbrüche bei den Lokführern, einem hohen Reparaturaufkommen sowie Gleisunterbrechungen, hervorgerufen durch Stürme in der letzten Woche.

Aussichten

Die Auftragslage der Stahlindustrie und der Gießereien ist gut. Es wird mit einer guten Nachfrage gerechnet, da der Monat März immer schon ein sehr starker Produktionsmonat war. Der Krieg in der Ukraine und die bevorstehenden Sanktionen gegenüber Russland dürften sich hauptsächlich auf die Beschaffung von Roheisen auswirken. Der Einsatz von Stahlschrott wäre die Alternative. Doch diese dafür bestimmte Qualität ist schon äußerst knapp. Weitere Preissteigerungen sind daher nicht ausgeschlossen. Mit Spannung wird die Entwicklung bei den türkischen Verbrauchern beobachtet.

Tiefseemarkt: Die türkische Lira verlor gegenüber dem Dollar und Euro deutlich an Wert. Das Land ist mit Russland wirtschaftlich eng verflochten. Da Stahlschrott auf Dollarbasis gehandelt wird, könnte es weniger Aktivitäten im Export geben.

Metalle

Der russische Angriff auf die Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Metallpreise. Es wird erwartet, dass es im Zuge von Sanktionen und Gegenmaßnahmen zu Angebotsausfällen aus Russland kommen wird. Davon sind hauptsächlich Nickel, Aluminium, Titan und Palladium betroffen.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Am deutschen Edelstahlmarkt besteht nach wie vor eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Die Edelstahlnachfrage in Europa ist weiterhin hoch. Die Auftragsbücher sind, sowohl bei den Werken als auch bei den Abnehmern, bis ins kommende Jahr gut gefüllt. Die Materialverfügbarkeit ist durch die bestehenden EU Safeguard-Maßnahmen begrenzt. Der Markt wird zusätzlich durch hohe Energie-preise und laufend steigende Nickelkurse belastet. Auch die Preisentwicklung bei Chrom und Molybdän könnte mittelfristig zu weiter steigenden Materialpreisen führen. Hinzu kommt der Krieg in der Ukraine. Der Konflikt verstärkt die Unsicherheit, denn Russland ist der weltweit drittgrößte Nickelproduzent. Mit einer Entspannung ist mittelfristig nicht zu rechnen. Laut der International Nickel Study Group (INSG) wies der globale Nickelmarkt ein Angebotsdefizit von 154.000 Tonnen auf. Die hohe Nachfrage nach Edelstahlschrott ist demzufolge ungebrochen gut (Quelle: Commerzbank, MBI Stahlmonitor).

Aluminium

Aluminium

Versorgungsengpässe und der anhaltende Chipmangel führen nach wie vor zu volatilen Abrufzahlen in der Aluminiumindustrie. Zusätzlich belastend für diese energieintensive Branche sind die drastisch angestiegenen Strom- und Gaspreise. Überall in Europa wird aus diesen Gründen die Produktion gedrosselt. Nichtsdestotrotz ist die Auftragslage gut und die Nachfrage nach dem Leichtmetall sehr hoch. Die Kurse für Primäraluminium stiegen in den letzten zwei Wochen auf über US$ 3.400,00/t und erreichten somit ein Rekordhoch, welches zum letzten Mal Mitte 2008 erreicht wurde. Hintergrund für diese Entwicklung ist auch hier der Ukraine-Konflikt und die Sanktionen gegenüber Russland. Der russische Aluminiumkonzern Rusal mit seinen Exporten nach Europa und in die USA wird davon betroffen sein. Wie sich die entstehenden Lieferengpässe auf die europäische Aluminiumindustrie auswirken werden, ist derzeit noch nicht überschaubar. Im Sekundärbereich fällt der Kursanstieg sehr geringer aus. Auch hier sind die Werke sehr gut ausgelastet. Hier ist das Preisniveau eher seitwärts ausgerichtet.

Kupfer

Buntmetalle

Mit dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes mehren sich die Stimmen, die einen anhaltend unterversorgten Kupfermarkt sehen. Noch zuletzt hatte das Investmenthaus Jefferies einen zu langsamen Anstieg des Kupferangebotes angemahnt, um die weltweite Nachfrage bedienen zu können. Der Wegfall eines Versorgungskanals könnte somit die Versorgung schmerzlich treffen, zumal die chinesische Staatsführung nun umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung des Wirtschaftswachstums ergriffen hat. Neben einer geldpolitischen Lockerung, die die Kreditvergabe in China unterstützt und fiskalpolitischen Maßnahmen mit Abgaben- und Steuererleichterungen, hat die staatliche Planungsbehörde einen weitreichenden Infrastrukturplan verabschiedet. Die Nachfrage nach Kupfer könnte davon bereits kurzfristig profitieren. JP Morgan hat gestern die Kursprognosen für Kupfer angepasst. Sie sehen mittlerweile Kupfer im II. Quartal 2022 im Schnitt bei US$ 10.650,00/t (Quelle: Commerzbank). Aktuell ist die Auftragslage bei den deutschen Kupferproduzenten gut. Kupferschrotte sind gut verfügbar, was sich bei steigenden Kupferkursen in der Anpassung der Abschläge gleich bemerkbar machte.

 

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Schrottmarktbericht Januar 2022

Unspektakulärer Jahresauftakt

Die Preisverhandlungen starteten träge und sehr spät in diesem Monat und zogen sich weit über die Monatsmitte hinaus. Die meisten Werke im Inland und im benachbarten, europäischen Ausland ließen ihre Preise unverändert zum Vormonat stehen. Einzige Ausnahme waren die italienischen Verbraucher, die wenig Bedarf meldeten und sich zu stark ermäßigten Konditionen im Inland mit Mengen eindecken konnten. Die Forderungen von Preisabschlägen von € 30,00/t konnten sich im Südwesten Deutschlands nicht durchsetzen und das obwohl zwei Werke in Süddeutschland nicht im Markt waren. Nach langwierigen Verhandlungen einigte man sich, je nach Sorte, auf minus € 10,00/t bis € 15,00/t. Die türkischen Verbraucher konnten ihre gewünschten Preisreduzierengen ebenfalls nicht durchsetzen und mussten letztendlich leichte Preissteigerungen akzeptieren, um ihren Bedarf für Januar und Februar abdecken zu können.

Aussichten

Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich zu Jahresbeginn aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 95,7 Punkte gestiegen, nach 94,8 Punkten im Dezember. Die Auftragsbücher der Stahlwerke sind nach wie vor voll. Auch der gute Neuschrottentfall im Januar lässt Rückschlüsse auf eine wieder angestiegene Produktion in der Automobilzuliefererindustrie zu. Ein bisher milder Winter sorgte für einen überraschend guten Zulauf an Altschrott. Noch ist unklar, wie sich die Preise im Februar entwickeln werden. Fakt ist, dass die hohen Energiepreise und die stark gestiegenen Logistikkosten bei allen Beteiligten zu Buche schlagen und in der Preisfindung berücksichtigt werden müssen.

Metalle

Der Jahresauftakt an der Börse war alles andere als langweilig. Energieengpässe und stark gestiegene Energiepreise haben weltweit zu einer Drosselung der Aluminiumproduktion geführt. Infolgedessen stiegen die Kurse für Aluminium an der Londoner Metallbörse. Auch bei den anderen Basis Metallen waren Kursanstiege zu verzeichnen.

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Legierter Schrott

Der Nickelmarkt ist weiterhin angespannt. Die Nickelkurse stiegen kurzfristig auf über US$ 25.000,00/t und erreichten damit den höchsten Stand seit mehr als elf Jahren. Zwischenzeitlich sind die Kurse wieder gefallen und scheinen sich bei US$ 23.000,00/t eingependelt zu haben. Auch die Ferrochrompreise sind wiederholt gestiegen. Die Nachfrage nach Edelstahlschrotten ist, aufgrund der vollen Auftragsbücher der Edelstahlwerke, weiterhin sehr hoch. Mit einer Entspannung ist vorerst nicht zu rechnen.

Aluminium

Aluminium

Produktionskürzungen führen europaweit zu einer Verknappung von Aluminium und damit zu weiter steigenden Kursnotierungen und einer Erhöhung der Prämien für Primäraluminium. Auch im Sekundärbereich steigen die Blockpreise und damit auch die Schrottpreise. Insgesamt ist der Schrottentfall für Aluminium schwächer, da die Abrufe der Automobilindustrie noch sehr unregelmäßig sind. Aktuell ist davon auszugehen, dass sich im I. Quartal 2022 an der derzeitigen Marktlage nichts ändert.

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer hat erstmals, nach dem Höchststand im Mai 2021, wieder den Kurs von US$ 10.000,00/t überschritten. Die Kurse sind leicht schwankend und bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. Die Lagerbestände an der LME sind dagegen als niedrig einzustufen, was die Kurse zusätzlich unterstützt. Die Nachfrage der Hütten nach Kupferschrotten ist gut. Die Abschläge auf die Kupferkurse sind weiter fallend.

(Quellen: ifo-Institut, BDSV Schrottmarkt, MBI Stahl-Monitor, MBI NE-Metalle Monitor, Commerzbank Research, Januar 2022)

 

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Schrottmarktbericht Dezember 2021

Das Jahr ist gelaufen

Bereits Ende November kam es zu Vertragsabschlüssen für den Monat Dezember. Ein kurzer Liefermonat sorgte für schnelle Abschlüsse. Die Nachfrage der Werke war insgesamt eher verhalten und stieß gleichzeitig auf ein schwaches Angebot. Für viele Händler war das Jahr bereits gelaufen. Während sich im Inland und den Nachbarländern die Preise zwischen unverändert und plus 15,00 Euro pro Tonne bewegten, holten einige wenige italienische Werke, die in den letzten Monaten entstandene Preisdifferenz zu all den anderen Werken in Deutschland und dem benachbarten Ausland wieder auf. Neuschrott ist immer noch knapp, während sich im Altschrott die Lage eher entspannt. Dies ist vermutlich dem sich abschwächenden Exportmarkt geschuldet.

Rückblick

Das Jahr 2021 kann wohl als ein Ausnahmejahr bezeichnet werden. Das Jahr begann mit einem fulminanten Anstieg der Stahlschrottpreise und hat das ganze Jahr über angehalten.  Das zeigt, dass die Schrottverfügbarkeit über das Jahr hinweg gesehen eher knapp bemessen war. Für die gesamte Stahlschrottbranche war es ein gutes Jahr. Die Nachfrage der Werke hielt ungebrochen an und der für die Branche lebensnotwendige Absatz war gesichert. Auch für die Stahlindustrie war es ein gutes Jahr. Die Auftragsbücher sind bis heute voll. Probleme bereiten die hohen Energiekosten und die stark angestiegenen Rohstoffpreise.

BDSV Durchschnittliche Lagerverkaufspreise Bundesweit 2021 Sorte 2/8

Aussichten

Sorgen bereitet zum Jahresende nicht die wirtschaftliche Entwicklung, sondern die neue Virusvariante Omikron. Hohe Inzidenzwerte, volle Auslastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern und weitere Beschränkungen im privaten Bereich legen sich wie ein depressiver Mantel auf die Stimmung der Menschen.

Aktuell lässt sich noch nicht genau sagen, mit welchen Stahlschrottpreisen im Januar 2022 zu rechnen ist. Im Tiefseemarkt haben sich die Preise ermäßigt. Durch die Abwertung der türkischen Lira stehen die türkischen Stahlwerke unter großem Druck. Womöglich werden sich die Preise zwischen Neu- und Altschrott wieder deutlich unterscheiden. Zunächst einmal gehen wir von einer Seitwärtsbewegung aus. Viele Werke starten erst wieder am 10. Januar 2022.

Metalle

Auch an den Metallmärkten ging es in diesem Jahr turbulent zu. Die Preiskurve der Industriemetalle zeigte nur in eine Richtung und das war nach oben. Die mit Abstand beste Preisentwicklung machte Zinn. Die Preise haben sich zwischenzeitlich verdoppelt. Viele Metallmärkte waren in diesem Jahr wesentlich angespannter als zunächst prognostiziert. Schuld daran sind u.a. die stark angestiegenen Energiepreise. Zwei führende Zinkproduzenten wollen ihre Produktion in Anbetracht der hohen Stromkosten drastisch drosseln. Davon betroffen ist auch die energieintensive Aluminiumproduktion. Seit Oktober ist bei den meisten Industriemetallen eine Seitwärtsbewegung festzustellen. Es gilt abzuwarten, wie sich die neue Virusvariante auf die Konjunktur auswirken wird. (Quelle: Commerzbank Research)

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Legierter Schrott

Die weltweite Erzeugung von nichtrostendem Stahl hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,9 Prozent erhöht. Das spiegelt sich in der ungebrochenen Nachfrage nach Edelstahlschrotten wider. Betrachtet man die Börsenentwicklung von Nickel, müssten die Vergütungspreise für Edelstahlschrotte günstiger sein. In Anbetracht der hohen Nachfrage und dem eher knappen Angebot werden heute höhere Nickelinhaltspreise vergütet. Laut Einschätzung der International Nickel Study Group (INSG) wird sich das Angebot an Nickel im nächsten Jahr erhöhen. Laut Einschätzung der Commerzbank Research wird die Elektromobilität zukünftig noch mehr an Fahrt aufnehmen, was die Nickelnachfrage deutlich steigen lässt. Sie erwartet daher eine Fortsetzung des Nickelpreisanstiegs im nächsten Jahr und sieht den Nickelkurs Ende 2022 bei 22.000 USD pro Tonne. (Quelle: Commerzbank Research 2.12.2021)

Aluminium

Aluminium

Anfang des Monats zeichnete sich zunächst eine Abschwächung der Blockpreise ab. Mittlerweile haben sich die Preise für Sekundärblöcke wieder stabilisiert. Das Schrottangebot hat sich gleichzeitig abgeschwächt. Die Nachfrage der Werke ist gut und daran dürfte sich auch im nächsten Jahr erst einmal nichts ändern. Ausschlaggebend wird die Automobilindustrie sein. Sollte das Problem des Chip-Mangels gelöst werden können, würde hier die Nachfrage nach Aluminium noch einmal deutlich steigen.

Kupfer

Buntmetalle

Der deutsche Kupfermarkt kämpft weiter mit Lieferengpässen bei Halbzeugen und das bei einem weiterhin hohen Auftragseingang. Die Schrottverfügbarkeit ist relativ knapp. Dies hängt aber mit den leicht schwankenden Kupferkursen in den letzten Wochen zusammen. Viele Händler warten erst einmal ab und lassen die Ware bis Anfang des Jahres liegen. Auch wenn die Commerzbank Research im kommenden Jahr von einem Angebotsüberschuss ausgeht, werden sich die Kurse erst einmal seitwärts bewegen oder aber durch weltweite wirtschaftspolitische Änderungen wieder nach oben ausschlagen.

Schlusswort

Noch wenige Tage und ein spannendes und hektisches Jahr geht zu Ende. Ich bedanke mich stellvertretend für das ganze Schuler Rohstoff Team für Ihr Interesse an unserem Schrottmarktbericht. Sie finden uns auch auf Facebook und Instagram.

Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Ihre Bettina Schuler-Kargoll

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Schrottmarktbericht November 2021

Preise deutlich im Aufwind

Die Preisverhandlungen im November gestalteten sich wieder einmal lange und zäh. Während sich bereits sehr früh ein deutlicher Preisanstieg für Neuschrott in Mitteldeutschland abzeichnete, waren die italienischen Werke nicht zu Preiszugeständnissen bereit. Erst Mitte des Monats waren die Verträge unter Dach und Fach. Die Preisaufschläge bewegten sich je nach Werk, Sorte und Ausgangsniveau zwischen € 5,00/t und € 35,00/t zum Vormonat. Mit ausschlaggebend für höhere Stahlschrottpreise war die hohe Nachfrage der türkischen Verbraucher. Diese versuchten zwar die Einkaufspreise zu drücken, mussten sich aber letztendlich dem Markt beugen und steigende Preise in Kauf nehmen, da auch in Europa eine sehr gute Nachfrage herrschte. Hohe Exportpreise für Stahlaltschrott sorgten für höhere Preise im Norden und schwächere Preise im Süden. Alle Läger mit Hafenanschluss waren hier eindeutig im Vorteil. Das Nord-Süd-Preisgefälle ist eindeutig den höheren Exportpreisen für Stahlaltschrott zuzuschreiben.

Aussichten

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist weiterhin steigend. Im Oktober 2021 wurden mit 3,7 Mio. Tonnen 7 % mehr Rohstahl erzeugt, als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Wie die WV-Stahl berichtet wird für das IV. Quartal 2021 die höchste Quartalsproduktion seit 2018 erwartet. Alles deutet darauf hin, dass die Werke auch im Dezember, trotz der Weihnachtsfeiertage, normale Mengen ordern werden. Das Angebot an Neuschrott ist, aufgrund der bekannten Produktionskürzungen der Automobilindustrie, knapp. Der Zulauf an Stahlaltschrott hat ebenfalls nachgelassen. Viele Händler werden Lageraufbau betreiben und nicht mehr verkaufen. Wir rechnen daher mit noch einmal steigenden Preisen.

Metalle

Die Londoner Metallbörse prüft, ob sie Händlern gelegentlich die Entnahme von Beständen aus ihren Lagerhäusern verbieten sollte um zu verhindern, dass das Metall ganz ausgeht. Die Trafigura-Gruppe, der größte Kupferhändler, spielte in den letzten Monaten eine Schlüsselrolle beim Abbau von Lagerbeständen, wie Bloomberg berichtete. Das Handelshaus hat nach eigenen Angaben Metall von der LME abgezogen, um es an Endverbraucher in Asien und Europa zu liefern. Dies beeinflusste die Kupfernotierung an der LME massiv und führte kurzfristig zu einem Chaos an der LME (Metallum 12.11.2021).

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Die Nickelnotierung hat im Laufe des Monats deutlich zugelegt und stieg vorübergehend auf über US$ 21.000,00/t. Die Nachfrage der Edelstahlwerke ist nach wie vor hoch. Der Handel reagierte, aufgrund der steigenden Preise, abwartend. Die Werke reagierten entsprechend mit Preiszugeständnissen.

Aluminium

Aluminium

Die Situation am deutschen Aluminiummarkt hat sich entspannt, nachdem sich die Versorgungslage bei Magnesium und Silizium wieder verbessert hat. Die Prämien für Primäraluminium sind um ca. € 60,00/t gefallen. Das gleiche gilt auch für Sekundäraluminium. Die Blockpreise sind gefallen, nachdem sich die Exporte Richtung Asien wegen der dort gefallenen Preise nicht mehr lohnen und somit wieder mehr Aluminium in Europa verbleibt. Die Schrottpreise haben sich dadurch ebenfalls leicht reduziert. Die Aluminiumhersteller haben, nach wie vor, mit den schwankenden Abrufen der Automobilindustrie zu kämpfen, da die Lieferketten immer noch unterbrochen sind.

Kupfer

Buntmetalle

Der Kupferpreis stieg in den letzten zwei Wochen zeitweise über US$ 9.900,00/t und erreichte damit ein 5-Wochenhoch. Am 26.11.2021 gab die Kupfernotierung deutlich nach. Der Markt ist äußerst volatil. Kupfer-Verarbeiter berichten von langen Lieferzeiten. Die Nachfrage nach dem roten Metall wird auch zukünftig hoch bleiben. Dafür sprechen der Ausbau der Elektromobilität und der Ausbau des Stromnetzes.

 

 

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Schrottmarktbericht Oktober 2021

Doch keine Trendwende in Sicht

Anfang des Monats deutete alles auf weiter fallende Stahlschrottpreise hin. Die Werke meldeten insgesamt einen geringeren Bedarf und die Preiseangebote bewegten sich zwischen Minus € 50,00/t bis Minus € 30,00/t. Die Verbraucher zeigten sich wenig verhandlungsbereit und argumentierten mit weniger Bedarf, hervorgerufen durch weniger Abrufe der Automobilindustrie. Dies führte in einigen Stahlwerken zu Produktionskürzungen. Die stark gestiegenen Strompreise veranlassten einige EAF- Produzenten in Europa, in Spitzenlastzeiten ebenfalls gezielt ihre Produktion abzuschalten. Die Stromkosten bei der EAF-Produktion belaufen sich immerhin auf rund 17 %. Die italienischen Werke waren wenig kompromissbereit und reduzierten die Preise je nach Sorte und Bedarf um € 25,00/t bis € 50,00/t. Angeblich verfügten sie über ausreichend Angebote aus dem Inland und einem verstärkten Angebot aus Drittländern. Der Markt drehte sich mit dem Tag, als die türkischen Verbraucher in das Marktgeschehen eingriffen. Aufgrund der schnellen Preiserhöhung im Exportmarkt und der hohen Nachfrage nach Stahlaltschrott kippte der Markt, so dass später abgeschlossene Verträge unveränderte Preise auswiesen. Wer also zu früh abgeschlossen hatte, war dieses Mal eindeutig im Nachteil.

Aussichten

Der November ist erfahrungsgemäß ein starker Monat. Die Werke richten ihren Bedarf bereits auf Dezember aus. Das Neuschrottaufkommen ist aufgrund der geschilderten Probleme in der Automobilindustrie weiterhin mäßig. Der Zufluss an Altschrott wird sich ebenfalls verringern, so dass bei einer guten Nachfrage durchaus mit steigenden Preisen zu rechnen ist. Die italienischen Werke werden die entstandene Differenz, im Vergleich zu anderen Werken, im Oktober ausgleichen müssen. Große Sorgen machen der Stahlschrottbranche die seit Wochen gestörte Logistik durch Niedrigwasser am Rhein, die mangelnde Versorgung mit Waggons sowie die gestiegenen Diesel-, Strom- und Gaspreise.

 

Metalle

Der LME Industriemetall-Index, der die sechs wesentlichen an der LME gehandelten Metalle abbildet, hat Mitte Oktober ein allzeit Jahreshoch erreicht. Kupfer kletterte über US$ 10.200,00/t, Nickel notierte über US$ 25.000,00/t und selbst die bereits hohen Kurse für Aluminium stiegen noch einmal auf über US$ 3.200,00/t. Große Sorgen bereiten den Primärproduzenten, wie auch der Metallindustrie, die hohen Energiekosten.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Nickel erzielte im Laufe des Monats ein Rekordhoch. Wie die Commerzbank berichtet stehen hinter dem Preissprung Angebotssorgen. So haben zwei der weltgrößten Nickelproduzenten zum einen eine deutlich geringere Nickelproduktion für das letzte Quartal gemeldet und zum anderen die Produktionsprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Die Nachfrage der Edelstahlwerke für legierte Schrotte ist demzufolge hoch.

Aluminium

Aluminium

Der Aluminiummarkt war geprägt von steigenden Aluminiumnotierungen, steigenden Blockpreisen und Problemen in der Beschaffung. Getrieben wird der Markt durch Exporte von Blöcken und Schrotten nach Asien, da in China, infolge des Energieengpasses, weniger produziert wird. Sorge bereiten indes die Stillstände und Kurzarbeit in der Automobilindustrie. Dies führt zu weniger Abrufen in den Werken. Außerdem klagen die Werke über Engpässe in der Beschaffung einiger wichtiger Legierungsmetalle wie Magnesium und Silizium. Angeblich sollen diese im neuen Jahr nicht mehr aus China exportiert werden dürfen. Die Nachfrage nach Aluminiumschrotten bleibt hoch.

Kupfer

Buntmetalle

Der Anstieg des Kupferpreises in den letzten Wochen auf über US$ 10.000,00/t war stark spekulativ getrieben. Wie mbi-infosource berichtet wurden innerhalb kürzester Zeit Bestände an der LME abgebaut, was die Kassa-Kurse in die Höhe trieb. Die angespannte Situation wirkt sich auch auf die Schrottnachfrage aus. Die Abschläge haben sich teilweise reduziert oder zumindest, trotz der hohen Kupferkurse, nicht erhöht.

 

 

 

Schrottmarktbericht September 2021

Stahlschrottpreise gehen deutlich zurück

Bereits Ende August verschlechterte sich die Stimmung in der Stahlschrottbranche. Es zeichnete sich ab, dass sich der Rückgang der Stahlschrottpreise im August auch im September fortsetzen wird. Die Preise für Altschrott ermäßigten sich um € 40,00/t bis € 55,00/t, während sich die Preise für Neuschrott nur um € 10,00/t bis € 35,00/t ermäßigten. Gießereifähige Schrotte wurden zu unveränderten Preisen gehandelt; indexgebundene Sorten hiervon ausgenommen. Die Argumente der Stahlwerke für diesen Preisrückgang waren hohe Bestände, offene Altverträge und weniger Abrufe für Stahl, was angesichts der angespannten Lage vieler Verbraucher nicht nachvollziehbar ist. Tatsache ist, dass in den letzten Monaten weniger Altschrott in Richtung Türkei abgeflossen ist und viel Altschrott aus den Tiefseelägern seinen Absatz in europäische Stahlwerke gefunden hat. Die italienischen Werke meldeten weniger Bedarf und konnten sich zu günstigeren Preisen aus dem Inland eindecken. Die Schere zwischen Alt- und Neuschrott driftet immer weiter auseinander. Dies ist vor allen Dingen auch der Qualität geschuldet.

Aussichten

Das Aufkommen an Neuschrott ist knapp, da viele große Automobilhersteller und deren Zuliefererbetriebe unter dem Chipmangel und den unterbrochenen Lieferketten leiden und Kurzarbeit und weniger Produktionsschichten für weniger Schrottausstoß sorgen. Ein weiterer Preisrückgang für diese Sorten scheint ausgeschlossen. Die türkischen Verbraucher haben ihre Einkäufe für Stahlaltschrott am Weltmarkt für Oktober bereits zu niedrigeren Preisen tätigen können. Ihre Qualitätsansprüche sind gestiegen und werden auch bezahlt. Leichter Stahlaltschrott mit einem hohen Grad an Verunreinigungen wird weiter abgewertet werden. Viele Stahlverbraucher hoffen hingegen auf eine alte Marktgegebenheit, dass bei fallenden Schrottpreisen auch die Neustahlpreise, mit einer Zeitverschiebung von drei Monaten, fallen werden. Die Stahlwerke argumentieren aber hier mit gestiegenen Energiekosten und weiterhin hohen Preisen für Legierungsrohstoffe, was Preisermäßigungen verhindern könnte.

Metalle

Die an der Börse gehandelten Metalle bleiben weiterhin hoch, auch wenn die einzelnen Metallnotierungen kurzweilig eine harte Kurskorrektur erfahren mussten, die sich aber innerhalb weniger Tage wieder beruhigte. Trotzdem gilt es, in diesen Zeiten, den Markt genau zu beobachten und die Gründe für Preisrückgänge zu hinterfragen.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Auch wenn die Nickelnotierung nach einem Kurzzeithoch von US$ 20.000,00/t auf US$ 19.000,00/t gefallen ist, bleibt die Nachfrage der Edelstahlwerke nach legierten Schrotten hoch und wirkt sich kaum auf die Vergütungspreise aus. Der Markt ist stabil, Angebot und Nachfrage halten sich die Waage. Die Preise für Ferrochrom sind verhandelt und für das letzte Quartal noch einmal gestiegen.

Aluminium

Aluminium

Aluminium war das einzige börsennotierte Metall, das in den letzten Wochen nur eine Richtung kannte, und das war nach oben. Erstmals seit 2008 konnte die Marke von US$ 3.000,00/t überwunden werden. Im gleichen Zug haben sich auch die Prämien für Primäraluminium erhöht. Die Knappheit bei manchen Vorprodukten hat Lieferzeiten und Preise, bei gleichzeitig guter Auftragslage, drastisch in die Höhe getrieben. Auch im Sekundärbereich zeigen sich die Preise auf einem höheren Niveau. Unterstützt werden die Blockpreise durch zunehmende Exporte, sowohl von Blöcken als auch von Aluminiumschrotten nach Asien, und das trotz schwankender Abrufe der Automobilindustrie, bedingt durch die Halbleiterproblematik. Eine Änderung der aktuellen Marktlage ist vorerst nicht in Sicht.

Kupfer

Buntmetalle

Der globale Kupfermarkt war im ersten Halbjahr 2021 ausgeglichen und der Angebotsüberschuss der ersten Monate des Jahres abgebaut – so der Bericht der International Copper Study Group. Im Laufe des Monats verlief die Kupfernotierung sehr volatil und es war ein wildes Auf und Ab von bis zu € 500,00/t. Aktuell notiert Kupfer knapp unter € 8.000,00/t. Am deutschen Kupfermarkt spitzen sich Lieferengpässe bei den Halbzeugen zu, was auf die Hochwasserkatastrophe bei den betroffenen Werken zurückzuführen ist. Im Schrottbereich hat sich das Angebot verringert. Die Hütten reagierten darauf mit verringerten Abschlägen auf die Börsennotierung, um den gestiegenen Export an Kupferschrotten in Richtung Asien zu bremsen.

 

 

 

Schrottmarktbericht August 2021

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel – Schrottpreise unter Druck

Trotz der hohen Nachfrage der Stahlverbraucher und den weiterhin langen Lieferzeiten machten die Stahlwerke zeitversetzt ihren Betriebsurlaub. Somit war die Nachfrage nach Stahlschrott sehr verhalten. Parallel dazu war das Schrottaufkommen ferienbedingt ebenfalls stark rückläufig. Mangelnde Export-möglichkeiten für Stahlaltschrott führten in den letzten Wochen zu einem Lageraufbau an den Tiefsee-häfen. Ein entsprechender Abfluss in Richtung Türkei war nicht gegeben. Dies führte unweigerlich zu einem Preisrückgang zwischen € 25,00/t und € 35,00/t. Die Preisabschläge für Neuschrott fielen dagegen weit geringer aus. Diese bewegten sich zwischen € 5,00/t und € 10,00/t. Die Preisschere zwischen Stahlalt- und Neuschrott geht somit immer weiter auseinander.

Aussichten

Die wirtschaftliche Erholung setzt sich fort. Trotzdem beklagt die Industrie einen Produktionsrückgang in Folge anhaltender Lieferengpässe bei Vorprodukten. Es fehlt an Stahl, Holz, Baumaterial und Halbleiter-produkten. Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen diese Engpässe auf die Stahlindustrie und die Stahlrecyclingbranche haben werden. Zwischenzeitlich ist auch der Eisenerzpreis gefallen. Gießereien können dadurch günstigeres Roheisen einsetzen und den Einsatz von teurem Neuschrott reduzieren. Die türkischen Verbraucher setzen weiterhin auf fallende Preise im Altschrottbereich. Die Meinungen über die Preisentwicklung im September gehen auseinander. Während im Altschrott durchaus ein weiterer Preisrückgang denkbar ist, müssten sich die Neuschrottpreise auf unverändertem Niveau bewegen, da der Bedarf groß und das Aufkommen als schwach einzustufen ist.

Metalle

Die LME-Industrie-Metallpreise sind seit dem 10-Jahreshoch Anfang Mai stark volatil. Woche für Woche ist ein auf und ab der Metall-Notierungen festzustellen. Es zeichnen sich mittlerweile Kurs-Widerstände nach oben ab. Die Commerzbank Research erwartet eine Kurskorrektur für Kupfer im IV. Quartal. Solange sich die Stimmung an den Finanzmärkten nicht dreht, dürften auch die Metallpreise hoch bleiben. Laut den Analysten der Commerzbank erwarten deren Aktienstrategen aber im weiteren Jahresverlauf eine Zunahme der Volatilität an den Aktienmärkten, was fallende Kursnotierungen nach sich ziehen könnte (Quelle: Commerzbank, Rohstoffe kompakt Industriemetalle).

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Trotz stark schwankender Nickelkurse zwischen US$ 18.300,00/t und US$ 19.800,00/t im Berichtszeitraum, blieben die Schrottpreise für Edelstahlschrotte konstant auf einem unverändert hohen Niveau. Die Nachfrage der Werke war trotz der Werksferien nicht eingeschränkt. An dieser Situation soll sich auch in den nächsten Monaten nichts ändern. Die Auftragsbücher sind voll und die Nachfrage der Verbraucher ist gut. Wegen der erwartet hohen Nickelnachfrage für Batterien dürfte der Preis für Nickel in den nächsten Jahren deutlich steigen (Quelle: Commerzbank, Rohstoffe kompakt Industriemetalle).

Aluminium

Aluminium

Die hohen Frachtraten sind ein Grund dafür, warum bei Aluminium die physischen Prämien immer noch steigen. China hat Mitte August, auf Grund von Corona, bis auf weiteres ein Container-Terminal im Hafen von Ningbo-Zhoushan geschlossen. Der Sekundärmarkt ist davon weniger betroffen. Der Markt zeigt sich äußerst stabil. Ferienbedingt gibt es im August wenig Handelsaktivitäten. Die LME- Notierungen bewegen sich nahezu ohne große Schwankungen auf hohem Niveau. Trotz Produktionskürzungen in der Automobil-industrie ist die Nachfrage der Werke für die nächsten Monate ungebrochen hoch. Die Preise für Sekundär-schrotte zeigen sich im August unverändert.

Kupfer

Buntmetalle

Kupferschrott ist sehr gut verfügbar, weshalb die Abschläge der Hütten für Kupfer Raff-Qualitäten unverändert hoch sind. Auch hier waren ferienbedingt weniger Abschlüsse möglich. Auffallend waren die starken Kursschwankungen, denen Kupfer ausgesetzt war. Am 24.08.2021 ist der Kupferpreis jedoch wieder auf US$ 9.390,00/t gestiegen und hat damit alle Verluste seit letzter Woche wieder aufgeholt.