Schrottmarktbericht Dezember 2020

Stahlschrottpreise im Aufwind

Das Jahr 2020 verabschiedet sich mit einem deutlichen Preisanstieg für Stahlschrott über alle Sorten und einer hohen Nachfrage der Verbraucher, da die Nachfrage nach Neustahl, insbesondere Flachstahl äußerst hoch ist. Während sich der Maschinenbau nur langsam erholt, läuft es in der Automobilwirtschaft sehr gut. Es werden wieder Sonderschichten gefahren und fast nichts erinnert an den kompletten Produktionsstillstand im II. Quartal. Es ist, als müsste alles Versäumte im letzten Quartal aufgeholt werden. Die Stahlwerke reagierten auf den steigenden Bedarf nach Flachstahl sehr zeitverzögert. Jetzt ist die Nachfrage ungebrochen hoch und viele Verbraucher kaufen was am Markt verfügbar ist, um ihre Lieferfristen einhalten zu können. Die Preise für Neustahl stiegen zwischen € 100,00/t und € 130,00/t. Dagegen stiegen die Stahlschrottpreise verhältnismäßig moderat. Das Argument der Stahlwerke, schuld an der Preiserhöhung für Neustahl wären die Preiserhöhungen für Stahlschrott, greift hier nicht wirklich. Die Stahlschrottpreise blieben im letzten Monat nahezu unverändert und stiegen im Dezember je nach Werk und Sorte zwischen € 30,00/t und € 40,00/t. Völlig unüblich waren diesen Monat noch Abschlüsse Mitte des Monats mit nochmals höheren Preisen.

Betrachtet man die Entwicklung des Schrottpreises der Sorte 2/8 Neuschrott über das ganze Jahr stellt man fest, dass sich der Durchschnittspreis für diese Sorte auf sehr hohem Niveau bewegte. Hier sieht man deutlich wie sich Angebot und Nachfrage auf die Preisbildung ausgewirkt haben.

BDSV BW Sorte 2/8
ø-Wert 2020: 214,33 EUR
ø-Wert 2019: 228,77 EUR
Differenz 2019/2020: -14,44 EUR

Tiefseemarkt

Seit November kauft die Türkei hohe Mengen an Altschrott in Europa. Das Land profitiert von der gestiegenen Stahlnachfrage im eigenen Land und der gestiegenen Wirtschaftskraft in China. Die türkischen Stahlwerke haben in China sehr gute Absatzmöglichkeiten bei ebenfalls gestiegenen Stahlpreisen.

Aussichten

Es gibt so gut wie keine großen Lagerbestände an Stahlschrott. Stahlspäne sind Mangelware und Altschrott wird witterungsbedingt nicht viel anfallen. Neuschrott fällt, aufgrund der gestiegenen Produktion im Automobilbereich, wieder mehr an. Wir erwarten eine hohe Nachfrage der Werke auch im Januar. Bereits heute versuchen sich einige Werke wenigstens die Mengen zu sichern. Wir gehen davon aus, dass der Bedarf weit höher als der Schrottentfall sein wird. Wir rechnen daher mit einem erneuten Preisanstieg von mindestens € 20,00/t bis € 30,00/t.

Metalle

Alle Metallnotierungen bleiben auch zum Jahresende auf hohem Niveau. Die Rohstoffpreise waren beflügelt durch die Einigung im US-Kongress auf ein weiteres Konjunkturpaket, die Zulassung der Impfstoffe gegen Covid 19, Unterbrechungen und Ausfälle in der Förderung von Erzen und Metallkonzentrate und natürlich dem Wiederanstieg der chinesischen Wirtschaft.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Die zuletzt kräftig angestiegenen Nickelnotierungen wurden von einem stabilen Ferrochrom-Benchmarkpreis begleitet. Daher ziehen die Legierungszuschläge, je nach Güte, in den nächsten Wochen deutlich an. Auch die Basispreise weisen, nach den jüngst angestiegenen Stahlschrottpreisen, eine deutliche Erhöhung aus. Die Auftragslage der Edelstahlwerke ist gut und die Nachfrage nach Edelstahlschrott wird auch im Januar sehr hoch eingeschätzt.

 

Aluminium

Aluminium

Nach einer sehr langen Durststrecke scheint sich der Aluminiummarkt endlich wieder zu beleben. Der Nachfrageschub kommt, wie erwartet, aus der Automobilindustrie. Zudem steigt auch die Nachfrage aus dem asiatischen Markt. Davon profitiert aktuell der Sekundärmarkt stärker als der Primärmarkt. Die Nachfrage der europäischen Schmelzwerke war ungebrochen gut. So langsam steigen auch die Preise für Aluminiumspäne und andere Aluminium-Sekundärschrotte. Hoffen wir auf eine nachhaltige Produktion der Automobilwirtschaft und einer Belebung des Maschinen- und Anlagenbaus.

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer hat erstmals seit März 2013 die Marke von US$ 7.800,00/t überschritten und notiert bisher konstant auf diesem hohen Niveau. Auch die Nachfrage der Schmelzwerke und Hütten ist leicht gestiegen. Die Abschläge der Werke auf die hohen Kupfernotierungen haben allerdings auch merklich angezogen. Lt. Prognose der Commerzbank vom 18.12.2020 könnten Treiber der Kupfernachfrage für 2021 grundsätzlich der Bausektor, die Elektromobilität, der vermehrte Einsatz von erneuerbaren Energien, sowie die politische Veränderung in Amerika sein. Gleichzeitig ist das rote Metall auch immer wieder anfällig für spekulative Finanzinvestoren, so dass es gilt, weiterhin vorsichtig zu agieren.

Weihnachtsgrüße

Nachdem uns Corona zum Jahresende erneut einen Lockdown beschert, blicken wir doch optimistisch in das neue Jahr. Noch sind einzelne Wirtschaftszweige, wie der Handel und die Gastronomie, schwer von der Corona-Krise getroffen, doch die so wichtige Automobilindustrie ist wieder am Laufen und der Maschinenbau scheint sich im kommenden Jahr stärker zu erholen als gedacht.

Wir wünschen Ihnen erholsame Weihnachtsfeiertage und freuen uns mit Ihnen auf das Jahr 2021.

Ihre

Bettina Schuler-Kargoll

Schrottmarktbericht November 2020

Schrottpreise hinken steigenden Neustahlpreisen hinterher

Die Auftragslage der Stahlwerke ist gut, gleichwohl ist die Stahlproduktion in Deutschland mengenmäßig gefallen. Eine Erholung der Automobilindustrie in den letzten drei Monaten sorgte für einen steigenden Bedarf an Flachstahl. Aktuell hat sich hier sogar ein Versorgungsengpass entwickelt. Vormaterialbestände in den Produktionsbetrieben wurden auf ein Minimum reduziert, während die Stahlwerke ihrerseits die Produktion ebenfalls zurückschraubten. Somit müssen am Spotmarkt erhebliche Preisaufschläge für Flachstahl bezahlt werden. Die Stahlschrottpreise hingegen hinken diesem positiven Trend hinterher. Auffallend war, dass einige Stahlwerke in der zweiten Monatshälfte versuchten über höhere Preise, ihren Bedarf an Stahlschrott zu decken. Ein Lageraufbau war aber in der schwachen Konjunkturphase nicht möglich und das Schrottaufkommen entspricht noch lange nicht den Mengen wie vor der Krise. Die Nachfrage im Tiefseemarkt war ebenfalls sehr hoch. Hier liegen die Preise weiter im Aufwärtstrend.

Aussichten

Bereits heute spricht man von einem deutlichen Preisanstieg im Dezember, getrieben durch die Preissteigerungen für Stahlschrott in den wichtigsten internationalen Märkten. Die Branche rechnet mit einer Erhöhung von mindestens € 20,00/t.

Metalle

Es sieht so aus, als habe bei den Metall-Notierungen die Jahresendrallye begonnen. Beflügelt von den guten Nachrichten über einen bald am Markt verfügbaren Impfstoff gegen Covid 19 nahmen die Notierungen an Fahrt auf, was nicht bei allen Metallen auf bessere Preise schließen lässt. Viele Werke kaufen mit erhöhten Abschlägen ein, mit Auslieferung der Ware im neuen Jahr, da die Weihnachtsferien unmittelbar bevorstehen.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Nickel profitierte an den Märkten mit einem Plus von zweitweise fast 4 % auf knapp US$ 16.000,00/t. Hier war China die treibende Kraft. Das „China Metallurgical Industry Planning and Research Institute“ hatte zum Aufbau von strategischen Reserven von Rohmaterialien für die Stahlproduktion aufgerufen. Neben Manganerz, Chromerz und Kokskohle wurde Nickelerz genannt. Sehr erfreulich ist die gestiegene Auftragslage der Edelstahlwerke und die damit verbundene hohe Nachfrage nach Edelstahlschrotten. Auch die prozentuale Nickelvergütung wurde von den Werken wieder deutlich nachgebessert.

 

Aluminium

Aluminium

Die Börsennotierungen für Aluminium sind weiterhin sehr fest und bewegen sich aktuell bei € 1.660,00/t. Auch im Sekundärbereich haben sich die Preise in den letzten Wochen leicht nach oben bewegt.

Am deutschen Aluminiummarkt greifen die positiven Impulse der Automobilwirtschaft. Die Auftragslage verbessert sich von Woche zu Woche. Auch im Sekundärbereich gibt es positive Signale. Die Bedarfsmeldungen von Seiten der Werke und Verbraucher lassen auf einen guten Absatz im I. Quartal 2021 hoffen. Alles hängt am seidenen Faden der Automobilindustrie. Die Frage, wie nachhaltig hier die Nachfrage ist, will derzeit niemand konkret beantworten.

Kupfer

Buntmetalle

Positive Wirtschaftszahlen aus China, der Abschluss des asiatisch-pazifischen Freihandelsabkommen, sowie positive Meldungen über einen bald verfügbaren Impfstoff gegen Covid 19 ließen die Kupfernotierungen nach oben steigen. Die Kurse bewegen sich aktuell bei US$ 7.265,00/t. Die Kupferhütten reagierten prompt und erhöhten im Gegenzug ihre Abschläge. Die Verfügbarkeit an Kupferschrotten ist hoch. Dies führt dazu, dass in vielen Anlagen derzeit verstärkt Kupferschrotte anstatt Kathoden für die Produktion eingesetzt werden. Sollten sich die Regularien für Schrottexporte nach China entspannen, dürfte dies zu einem höheren Abfluss an Kupferschrotten führen, denn der Kupferverbrauch in China ist hoch.

Schrottmarktbericht Oktober 2020

Optimismus macht sich breit

Die Preisverhandlungen zwischen Händler und Verbraucher waren lang und zäh. Aufgrund des schwächeren Tiefseemarktes erhofften sich die Werke niedrigere Preise. Die italienischen Werke argumentierten zudem mit einem schwachen Auftragseingang. Trotzdem war eine hohe Nachfrage spürbar und die Stahlschrottbranche sah keine Veranlassung dem Preisdruck nachzugeben, zumal die Werke ihre Neustahlpreise für Betonstahl und Flachstahl erhöht hatten. Schließlich einigte man sich auf nahezu unveränderte Preise. Die Defizite in Italien vom Vormonat, zu den Preisen in Deutschland und anderen europäischen Stahlwerken, konnten nicht vollständig ausgeglichen werden.

Aussichten

Auch in den kommenden Monaten rechnet die Branche mit unveränderten Preisen und einer weiterhin stabilen Nachfrage auf Verbraucherseite. Die Auftragslage in der Automobilindustrie soll auch im November auf dem guten September und Oktober Niveau bleiben, was wiederum einen guten Schrottzulauf verspricht. Was den Optimismus stoppen könnte ist einzig und allein die sich weiter ausbreitende Pandemie mit weltweit scheinbar unaufhaltsam steigenden Neuinfektionszahlen.

Metalle

Der Monat Oktober ist bestimmt von steigenden Kursen aller an der LME gehandelten Metalle. Der Markt ist volatil und reagiert auf die unterschiedlichsten Meldungen, wie die Erkrankung Trumps an Covid 19, die vorübergehende Schließung von Port-Klang in Malaysia, wo fast 60 % aller LME-Aluminiumvorräte liegen, die Streiks in der chilenischen Kupfermine, sowie die steigenden US-Aktienmärkte. Wie es aussieht finden die Kurse, nach einem teilweise hohen Anstieg im Verlauf des Monats, zu den Ausgangskursen Anfang des Monats zurück.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Die EU Kommission hat am 08.10.2020 Importzölle auf warmgewalzte Edelstahlbleche aus China, Indonesien und Taiwan in Höhe von bis zu 19 % eingeführt, da aus diesen Ländern Produkte zu künstlich niedrigen Preisen angeboten und verkauft wurden (Quelle: Commerzbank 09.10.2020). Die Nachfrage nach Edelstahlschrott ist im Verlauf des Monats zunehmend gestiegen. Der enorme Kursanstieg von US$ 14.350,00/t auf über US$ 16.100,00/t in der zweiten Monatshälfte hat sich nur bedingt auf die Edelstahlschrottpreise ausgewirkt. Auch im nächsten Monat wird mit einer stabilen Nachfrage der Werke gerechnet.

 

Aluminium

Aluminium

Sowohl im primären, als auch im sekundären Bereich haben die Preise deutlich zugelegt. So langsam macht sich die verbesserte Auftragslage im Automobilbereich bemerkbar. Die Nachfrage nach Halbzeug fähigen Aluminiumqualitäten ist deutlich spürbar. Steigende Blockpreise haben auch den Sekundärbereich beeinflusst. Es fließt deutlich mehr Schrott ab und die Preise steigen kontinuierlich an.

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer notiert weiter bei knapp US$ 6.800,00/t. Die Werke reagieren mit höheren Abschlägen und wenig Kauflust. Inzwischen haben sich auch die asiatischen Marktteilnehmer aus dem Kauf von Kupfer zurückgezogen. Noch ist die Auftragslage eher bescheiden. Besonders im Messinggeschäft fehlen die Aufträge. Dementsprechend schwach ist die Nachfrage nach den Schrotten.

Schrottmarktbericht September 2020

Optimismus macht sich breit

Ein Hoffnungsschimmer zeichnet sich am immer noch düsteren Konjunkturhimmel Deutschlands ab. In der jüngsten Konjunkturprognose, die das ifo-Institut am 22.09.2020 in München veröffentlichte, verläuft der Absturz der deutschen Wirtschaft glimpflicher als gedacht. Die Stahlschrottbranche ist der eigentliche Konjunkturbarometer, denn am Stahlschrottaufkommen zeigt sich wie gut oder schlecht es der metallverarbeitenden Industrie geht. Die Zahlen im September sprechen für sich. Es geht wieder aufwärts und das Neuschrottaufkommen steigt. Das spiegelt sich auch in der Nachfrage der Stahlwerke wieder. Mit dem Ende der Sommerferien waren alle Werke im Inland, sowie im benachbarten europäischen Ausland, wieder am Markt. Auch das seit August rege Tiefseegeschäft wirkte sich letztendlich positiv auf die sehr schleppenden Preisverhandlungen aus. Die Schrottpreise erhöhten sich je nach Sorte und Vormonatsniveau zwischen € 10,00/t und € 15,00/t. Die italienischen Werke taten sich mit dieser Preisentwicklung sehr schwer. Aufgrund des hohen inländischen Schrottangebots und einer immer noch schwachen Auftragslage im Flachstahlbereich, sahen sich die Werke nicht in der Lage, dem allgemeinen Preistrend zu folgen.

Aussichten

Auch für Oktober ist mit einer stabilen Nachfrage der Werke zu rechnen, da sich die Auftragslage zusehends verbessert. Die Preisentwicklung wird stark von der Importnachfrage der Türkei abhängen. Aktuell werden unveränderte bis leicht steigende Preise erwartet.

Metalle

Die Commerzbank hat die Rallye der Metallpreise in ihrem Research Bericht vom 14.09.2020 ausführlich kommentiert und war der festen Meinung, dass aus fundamentaler Sicht, in Anbetracht der bei allen Metallen hohen Lagerbestände, in Zukunft von niedrigeren Metallnotierungen auszugehen ist. Anfang September wiesen alle sechs an der LME gehandelten Metalle eine positive Preisentwicklung in diesem Jahr aus. Preistreibend war die schnelle wirtschaftliche Erholung weltweit und ein schwacher US-Dollar (tiefster Stand Anfang September seit April 2018). Seit zwei Tagen nun ist ein Nachgeben aller Kurse zu beobachten. Es gilt abzuwarten ob dieser Trend anhalten wird.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Am deutschen Edelstahlmarkt hat die Nachfrage in den vergangenen Wochen wieder angezogen und damit auch die Nachfrage nach Edelstahlschrott. Eine seit mehreren Wochen hohe Nickelnotierung – die am 03.09.2020 mit US$ 15.810,00/t ihren Höchststand erreichte – hatte auf die Preisbildung für Edelstahlschrott wenig Einfluss. Die Werke zeigten sich hartnäckig und kauften eher zurückhaltend und mit reduzierten Ni-Inhaltspreisen, als dem Börsendruck nachzugeben. Der Handel quittierte dies mit der gleichen Einstellung und lieferte nur Kontaktmengen. Zwischenzeitlich ist der Nickelkurs um fast 10 % auf US$ 14.250,00/t gefallen, was sich aber mehr auf die Legierungszuschläge, nicht aber auf die Preise für Edelstahlschrotte auswirken wird.

 

Aluminium

Aluminium

„Die höhere Risikoversion an Märkten und der stärkere US-Dollar drücken seit dem 22.09.2020 den Aluminiumpreis an der LME. Bis dahin hatte sich der Preis, gestützt durch niedrige Lagerbestände an der LME und dem Optimismus der Anleger, recht gut gehalten“, so Eugen Weinberg von der Commerzbank Research. Der physische Markt ist jedoch stark überversorgt. Im Sekundärbereich zeigt die angelaufene Automobilproduktion erste Reaktionen. Die Preise für Sekundärschrotte haben leicht angezogen und eine spürbare Nachfrage macht sich breit. Für Oktober erwarten wir ein gleichbleibendes Niveau.

Kupfer

Buntmetalle

Betrachtet man die Performance der Kupfer-Notierung, seit den Tiefs im März und April im Zuge der Corona-Krise, so ist Kupfer von allen an der LME gehandelten Metalle mit über 40 % bislang am stärksten gestiegen und erreichte am 21.09.2020 mit US$ 6.878,00/t ein neues Zweijahreshoch. Die Freude währte nicht lange. Auch hier ist eine Kurskorrektur von über US$ 250,00/t zu verzeichnen. Ungeachtet der Börsennotierungen für Kupfer kämpft der Handel mit ganz anderen Problemen. Die Auftragslage der Hütten ist sehr bescheiden und der Absatz für Kupferschrotte, egal welche Qualitäten, gestaltet sich schwierig.

Schrottmarktbericht August 2020

Trotz Ferien Stabilisierung der Stahlschrottpreise

Nicht ganz unerwartet folgte nach der Preissenkung im Juli eine Preiserhöhung im August. Die Preise stiegen verhalten und bewegten sich zwischen unverändert und € 10,00/t. Ferienbedingt war ein Nord-Süd-Gefälle festzustellen. Während im Norden die Ferien zu Ende gingen, fingen sie im Süden erst an. So war der Bedarf der Werke und die Preise entsprechend unterschiedlich. Die Nachfrage der Werke entwickelte sich doch stärker als gedacht und wurde vor allen Dingen im Norden und Nordwesten durch starke Zukäufe aus der Türkei, Indien und Pakistan angekurbelt. Die italienischen Werke waren nahezu komplett aus dem Markt. Diejenigen Werke, die auftragsbedingt durchproduzierten, versuchten zu Beginn des Monats mit weiteren Preisabschlägen einzukaufen, was vom süddeutschen Handel ignoriert wurde. Bei dem ferienbedingt schwachen Stahlschrottaufkommen war sich die Branche einig unter diesen Bedingungen eher nicht zu verkaufen. Letztendlich konnten Abschlüsse je nach Sorte von unverändert bis plus € 5,00/t erzielt werden. Typisch für den Monat August waren logistische Probleme beim Bahntransport: keine Zulaufnummern, unzureichende Abrufe, Entladungsprobleme in den Werken und knappe Speditionskapazitäten.

Aussichten

Nach dem positiven Trend im August geht die Schrottwirtschaft von einer weiteren Belebung des Marktes aus. Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums zeichnet sich eine langsame Erholung ab. Auch bei der Stahlindustrie scheint sich eine positivere konjunkturelle Entwicklung abzuzeichnen. Von dem stark gestiegenen Eisenerzpreis könnten Elektrostahlwerke profitieren und somit auch die Stahlschrottbranche. Bleiben wir trotz allem vorsichtig optimistisch und hoffen, dass keine zweite Corona-Welle die Wirtschaft ausbremst und diverse geopolitische Probleme die Weltwirtschaft belasten.

Metalle

Die Metallpreise kennen im Moment wieder nur einen Weg nach oben, wie Herr Daniel Briesemann in seinem Commerzbank Research Bericht schreibt. Kupfer steigt am 24.08.2020 auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren und Nickel, Zink und Blei verzeichnen neue mehrmonatige Höchststände. Die aktuellen Konjunkturdaten lassen auf eine Erholung der Märkte schließen und wirken sich somit unterstützend auf die NE-Metallpreise aus.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Der Anstieg der Nickelkurse setzt sich fort. Aktuell haben wir einen neuen Höchststand von US$ 15.100,00/t. Die Werke reagierten schon Ende Juli – unmittelbar nach dem Ansteigen der Nickelnotierungen – mit höheren Abschlägen und nahmen die Nickelinhaltspreise zurück. Die Nachfrage nach legierten Schrotten war im Ferienmonat August äußerst niedrig. Sollte das Kursniveau so bleiben werden die Edelstahlwerke bei steigendem Bedarf im September Preiskorrekturen in Form von weiteren Preisabschlägen vornehmen.

 

Aluminium

Aluminium

Der Aluminiummarkt zeichnet sich weiterhin durch ein großes Angebot bei einer sehr schwachen Nachfrage aus. Noch klafft die Schere zwischen Primär- und Sekundärmarkt stark auseinander. Halbzeugfähige Aluminiumschrotte lassen sich nur schwer verkaufen. Die Nachfrage im Sekundärbereich hat sich dagegen leicht belebt. Alles steht und fällt mit der Automobilindustrie. Hier scheint sich eine Erholung abzuzeichnen.

 

Kupfer

Buntmetalle

Trotz stark gestiegener Kupfernotierungen zeigt sich der Kupfermarkt extrem ruhig. Der physische Markt ist aktuell ein ganz anderer als der, der sich an der Börse abspielt. Die Nachfrage der Hütten nach Kupferschrotten ist äußerst gering. Ferienbedingt ruht die Produktion in Italien komplett. Anliefertermine für Schrotte werden, aufgrund zu hoher Lagerkapazitäten, nicht mehr vergeben und Neuabschlüsse können frühestens im September getätigt werden.

Schrottmarktbericht Juli 2020

Stahlschrottpreise weiter im Abwärtstrend

Auch im Juli haben die Stahlschrottpreise leicht nachgegeben. In mehreren Bundesländern sind bereits Werksferien, so dass die Nachfrage nach Stahlschrott nachgelassen hat. Die italienischen Stahlwerke kauften im Juli sehr aktiv im europäischen Raum, da das Stahlschrottangebot, aufgrund von Corona, im Inland nur mäßig war. Die Lieferfristen wurden bis auf Ende Juli verkürzt, da im August nahezu alle Werke geschlossen sind. Der Schrottentfall ist in den letzten Wochen leicht gestiegen. In vielen Industriebetrieben wird wieder dreischichtig gearbeitet, was aber nicht bedeutet, dass die Krise vorbei ist. In den meisten Betrieben wird der Alltag noch von Kurzarbeit bestimmt. Die Preisabschläge bewegten sich zwischen € 5,00/t und € 10,00/t, je nach Sorte und Ausgangsniveau. Die Verhandlungen im Tiefseegeschäft dauern noch an. Die Verbraucher versuchen die Preise zu senken, während die Anbieter mit einem steigenden Bedarf der türkischen Werke rechnen, was höhere Preise nach sich ziehen könnte.

Aussichten

Im August wird es sehr wenig Handelsaktivitäten geben. Corona bedingt werden viele Industriebetriebe längere Betriebsferien machen, so dass der sowieso schon rückläufige Schrottentfall noch geringer ausfallen wird. Wir gehen davon aus, dass es keine Preisänderungen geben wird. Spannend wird es im September, wenn die Werke ihre Bedarfe melden und ein eher knappes Stahlschrottangebot zu verzeichnen ist.

Metalle

Die Metallpreise haben sich von ihrem Corona bedingten Absturz im März sichtlich erholt und haben in den letzten Wochen kräftig zugelegt. Der LME-Industriemetallindex ist inzwischen um 17 % gestiegen (Commerzbank Rohstoffradar 08.07.2020). Die Commerzbank schreibt weiter, dass sie angesichts der teilweise noch schlechten Konjunkturdaten und der hohen Überschüsse an den meisten Metallmärkten, von der Robustheit der Metallpreise überrascht sei. Nach deren Einschätzung müssten die Metallpreise tiefer notieren. Die Commerzbank erwartet eine Korrektur nach unten.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Nickel ist aktuell von den börsennotierten Metallen am meisten gestiegen und verzeichnet den höchsten Stand seit Ende Januar. Dies ist zum einen der guten Marktstimmung geschuldet. Zum anderen wird dies von einigen Marktbeobachtern auf den Anstieg der Edelstahlpreise in China auf ein 6-Wochenhoch zurückgeführt (Quelle Commerzbank Research 07.07.2020). Die Preise für Edelstahlschrott werden von diesem Preisanstieg nur wenig profitieren, da die Edelstahlwerke nur sehr mäßig ausgelastet sind und die Edelstahlverbraucher konjunkturbedingt nur das Nötigste kaufen. Die Edelstahlindustrie hofft, dass sich die Lage ab September, d.h. nach dem Ende der Urlaubsmonate verbessert.

Aluminium

Aluminium

Der deutsche Aluminiummarkt zeigt sich weiterhin ruhig. Noch zehren viele Unternehmen von ihren Lagerbeständen. Die jüngst gestiegenen Notierungen für Aluminium an der Londoner Metallbörse haben kaum Auswirkung auf die Blockpreise, geschweige denn auf die Preise für Sekundär-Aluminiumschrotte. Die Nachfrage der Umschmelzwerke ist äußerst bescheiden. Hier fehlen die Impulse der Automobilindustrie.

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer verhält sich aktuell wie ein Konjunkturbarometer. Die letzten Kursanstiege sind beflügelt von der Hoffnung eines neuerlichen, wirtschaftlichen Aufschwungs, wie der gestiegene Geschäftsklimaindex im Juni zeigt. Auch die jüngsten Zahlen aus China zeigen eine Belebung der Konjunktur. Der Metallhandel profitierte von den steigenden Notierungen. Die Metallhütten reagierten prompt mit höheren Abschlägen. Noch ist die Nachfrage nicht da. Erst nach den Werksferien Mitte August wird sich zeigen, wie nachhaltig die Kurse sind.

Schrottmarktbericht Juni 2020

Kommt mit dem Konjunkturprogramm der so wichtige Aufschwung?

Mit dem weltweiten Abschwung der Wirtschaft durch die Corona-Krise steuern europäische Unternehmen in eine ungewisse Zukunft. Lieferketten sind unterbrochen, die Nachfrage bricht ein und die Aussichten sind alles andere als vielversprechend. Mit dem nun verabschiedeten Konjunkturprogramm soll nun die Gesamtwirtschaft angekurbelt werden. Aber nicht alles hängt vom Konjunkturpaket in Deutschland ab, sondern auch von der wirtschaftlichen Entwicklung in China.

Das Schrottaufkommen hat sich, bedingt durch die schwache Auftragslage der Automobilindustrie und dem Maschinen- und Anlagenbau, nahezu halbiert. Das wirkt sich nun ebenfalls auf die Stahlindustrie aus. Die Bauindustrie profitiert noch von den derzeitigen Bauprojekten. Neue Bauvorhaben werden erst mal verschoben und somit wird dieser Sektor erst später von der Corona-Krise betroffen sein.

Die Stahlschrottpreise haben sich diesen Monat um € 5,00/t bis € 20,00/t abgeschwächt, je nach Sorte und Abnehmerwerk. Die italienischen Stahlwerke verzeichneten die größten Abschläge. Einige Werke haben sich auf wenig Menge und wenige Stahlschrottsorten beschränkt. Altschrott und Stahlspäne sind die gefragten Sorten. Neuschrott lässt sich nur schwer absetzen. Aber davon fällt derzeit produktionsbedingt auch am wenigsten an. Die Betonstahlhersteller stehen in einem starken Wettbewerb zueinander, was zu fallenden Preisen für Betonstahl führte. Im Vergleich dazu halten sich die Stahlschrottpreise immer noch auf einem relativ hohen Niveau. Angebot und Nachfrage regeln hier den Preis.

Aussichten

Sollte sich die Auftragslage der Automobilindustrie und dem Maschinen- und Anlagenbau nicht bald erholen, werden auch die Stahlwerke ihren Bedarf weiter zurückfahren, was sich negativ auf die Stahlschrottpreise auswirken wird. Die anstehenden Werksferien in einigen Bundesländern werden die Nachfrage nach Stahlschrott begrenzen. Die italienischen Verbraucher haben für August bereits ihre Werksschließungen angekündigt. Die Stahlschrottpreise könnten sich somit weiter abschwächen. Die türkischen Verbraucher haben ihren Schrotteinkauf für Juli im Tiefseemarkt gedeckt. Laut Argus ist die Betonstahlnachfrage im Inland zum Ende des Monats rückläufig. Das Schrottangebot sei hoch, so dass die türkischen Werke ihre Preise revidieren werden.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Trotz steigender Nickel Notierungen an der Londoner Metallbörse auf aktuell US$ 12.600,00 fallen die Preise für Chrom-Nickel-Schrotte. Die Nachfrage der Werke hat sich stark reduziert. Der Produktionsrückgang liegt bei ca. 20 %. Zugleich ist die Nachfrage nach Edelstahlprodukten aktuell sehr schwach, insbesondere in den USA und in der EU. Um die hohen Nickelnotierungen zu umgehen, wurden die Nickelinhaltspreise auf derzeit 60 % zurückgenommen. Trotz einer Knappheit an legierten Schrotten zeigen die Werke kein Kaufinteresse. Auch aus dem asiatischen Raum kommen aktuell wenig Impulse, da auch dort der Corona-Virus die Wirtschaft lahmgelegt hat und damit auch den internationalen Schiffsverkehr. Die Frachtraten sind dadurch ordentlich gestiegen und machen den kleinen Teil an Überseegeschäften uninteressant. Anstehende Werksferien im Juli, bei einer derzeit schwachen Auftragslage, beflügeln die Nachfrage nicht wirklich. Die Läger werden eher ab- als aufgebaut. Trotzdem erwarten Analysten, dass sich die Preise im III. Quartal erholen werden.

Aluminium

Aluminium

Der Absatz für Primär-Aluminiumschrotte ist weiterhin sehr begrenzt, was unmittelbar auf die Abhängigkeit der Branche von der Automobilindustrie zurückzuführen ist. Da die Auftragslage, bedingt durch Corona, noch einmal deutlich zurückgegangen ist, wird hier mit einer Erholung erst nach den Sommermonaten gerechnet. Auch im Sekundärbereich ist die Nachfrage nach Blöcken auf sehr niedrigem Niveau. Sekundärschrotte lassen sich zwar besser absetzen als Primärqualitäten, aber alles bewegt sich nach wie vor auf einem weiterhin sehr schwachen Preisniveau.

Kupfer

Buntmetalle

Die Kupferkurse haben seit der letzten Berichterstattung weiter zugelegt und scheinen ihre Erholungsrallye seit dem Absturz im März fortzusetzen. Zum Wochenauftakt handelt Kupfer bei gut US$ 5.800,00. Die Welt beobachtet die Verbreitung des Corona-Virus in Südamerika, da sich hier viele Kupferminen und Kupfer-Raffinadeproduktionen befinden. Die chilenischen Minen haben ihre Produktion zwar nicht eingestellt, aber durch die ergriffenen Maßnahmen scheint diese doch sehr eingeschränkt zu sein. Mittlerweile produzieren auch die Schmelzbetriebe in China wieder mehr Kupfer. (Commerzbank 22.06.2020) Am deutschen Kupfermarkt ist es nach wie vor ruhig. Eine Erholung der Geschäftslage sei noch nicht in Sicht, sagen Marktbeobachter. Die Kurse sind mit Vorsicht zu genießen, da die Märkte in Corona-Zeiten sehr unsicher und nicht verlässlich sind.

Schrottmarktbericht Mai 2020

Stahlschrottpreise trotzen der Krise

Die konjunkturelle Abkühlung weltweit, hervorgerufen durch Covid 19, hat auch die gesamte Stahlrecycling-Branche fest im Griff. Die Corona-Krise hat zu einer deutlichen Verknappung des Angebots von Stahlschrott geführt. Viele Recyclingbetriebe sind bereits in Kurzarbeit oder werden diese in Kürze anmelden müssen. Die Automobilbranche, der Maschinenbau und deren gesamte Zuliefererindustrie fahren nur mit angezogener Handbremse. Das Aufkommen an Schrott ist dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent zurückgegangen. Umso erstaunlicher war die Entwicklung der Stahlschrottpreise im Monat Mai. Die Nachfrage der Werke war sehr unterschiedlich. Im Norden und Westen war der Bedarf eher mäßig, während die Werke im Osten und Süden durch eine anscheinend gute Auslastung relativ hohe Bedarfe anmeldeten. Das Zeitfenster war jedoch relativ kurz. Die Preise stiegen je nach Sorte und Werk zwischen fünf bis fünfzehn Euro pro Tonne. Gesucht wurden vorzugsweise Neuschrott und Späne. Beide Sorten sind äußerst knapp im Angebot, was mit ein Grund für den Preisanstieg war. Zeitweise sorgte auch eine rege Schrottnachfrage aus der Türkei für den Richtungswechsel gegenüber dem Vormonat.

Aussichten

Die Bauindustrie ist neben der Medizintechnik die einzige Branche, die noch gut läuft. Allerdings drängen viele Anbieter mit günstigen Betonstahlpreisen auf den deutschen Markt. Das wird sich zwangsläufig auf die Stahlschrottpreise auswirken. Nur im Einkauf ist bekanntlich Geld verdient. Trotz knappem Angebot gehen wir von nur leicht fallenden Preise aus.

Metalle

„Sell in May – go away“ lautet ein altes Börsianer Sprichwort und bedeutet so viel wie die guten Preise zu nutzen, um möglichst alles zu verkaufen, denn ab Juni wird es meistens schlechter. Kurzfristig hellte sich der Markt tatsächlich auf. Die Stimmung an den Metallmärkten war Mitte Mai sehr optimistisch, nachdem die Aussichten auf eine Wiederbelebung der globalen Wirtschaft nach den Lockdownmaßnahmen sehr positiv waren.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Die Verfügbarkeit von Edelstahlschrott ist wie bereits erwähnt ebenfalls niedrig. Dies führte Anfang des Monats zu einer hohen Nachfrage mit leicht steigenden Preisen. Zusätzlich gestützt wurde der Preis durch einen leicht gestiegenen Preis für Ferrochrom. Die Aussichten für den Folgemonat sind allerdings recht bescheiden. Der Bedarf der Werke ist als gering einzustufen. Außerdem verlangen diese Preiszugeständnisse.

Aluminium

Aluminium

Der deutsche Aluminiummarkt steht weiter unter Druck. Die schwache Auftragslage der Automobilbranche sorgt auch hier für eine schwache Nachfrage. Halbzeug fähige Aluminiumschrotte sind derzeit kaum abzusetzen. Im Sekundärbereich sieht es ähnlich aus. Die Umschmelzbetriebe produzieren auf schwachem Niveau. Aber das ist nicht erst seit Ausbruch der Corona-Krise zu beobachten, sondern ist bereits seit letztem Jahr zum Dauerthema geworden.

Kupfer

Buntmetalle

Die Kupfernotierungen stiegen seit Mitte Mai auf ein 8-Wochenhoch von rund 5.350 USD je Tonne und halten sich tapfer. Trotzdem zeigt sich der deutsche Kupfermarkt weiterhin sehr ruhig. Auch hier ist die Auftragslage bei vielen Unternehmen eingebrochen. Kupferschrotte sind allerdings knapper geworden. Die Hütten reagieren darauf mit leicht reduzierten Abschlägen.

Schrottmarktbericht April 2020

Corona trifft die Stahlschrottbranche

Unser Alltag wird nahezu ausschließlich vom Thema Corona beherrscht. Wir beschäftigen uns mehr mit den aktuellen Ereignissen wie Rechtsverordnungen, Schutz- und Hygienemaßnahmen, als mit dem tatsächlichen Tagesgeschäft, welches aufgrund von Kurzarbeit in vielen Produktionsbetrieben sowieso stark zurückgegangen ist.

Seit Ende März ist das Stahlschrott- und Metallaufkommen in vielen Industrieunternehmen um 20 % bis 60 % zurückgegangen. Die Werksschließungen der großen Automobilhersteller führten auch zu Betriebsschließungen in der Automobilzuliefererindustrie. Auch nach den Osterfeiertagen ist noch keine Änderung in Sicht. Das Schrott- und Metallaufkommen ist und bleibt auf niedrigem Niveau. Sammeltätigkeiten bleiben aus, Abbruch- und Demontagearbeiten wurden zurückgestellt. Auf der Abnehmerseite haben wir eine ähnliche Situation. In Italien kam es aufgrund von Corona zu Werksschließungen, aber auch in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz wurden Produktionskürzungen vorgenommen. Die Kreislaufwirtschaft ist ins Stocken geraten.

Die Preisverhandlungen zogen sich bis weit in die zweite Monatshälfte April hinaus. Preisabschläge von minus € 50,00/t standen Anfang des Monats noch im Raum. In Anbetracht des schwachen Schrottaufkommens über alle Sorten hinweg stand die Branche keineswegs unter Druck überhaupt Abschlüsse zu tätigen. Mit der Öffnung der Werke in Italien stieg auch die Nachfrage im süddeutschen Raum wieder an. Abschlüsse der türkischen Werke mit gestiegenen Preisen beflügelten die Handelsaktivitäten und die Preisentwicklung gleichermaßen. Letztendlich konnten Abschlüsse mit Preisabschlägen zwischen € 15,00/t und € 25,00/t getätigt werden, wobei die tatsächlichen Erzielungspreise der Werke durchaus voneinander abweichen können, da die Basispreise im Monat März ebenfalls unterschiedlich waren.

Aussichten

Die Hersteller von Beton- und Bewehrungsstahl verfügen durchaus über eine gute Auftragslage. Wenigstens die Bauindustrie ist noch gut beschäftigt. Ein schwacher Schrottzulauf und niedrige Lagerbestände werden wohl einer guten Nachfrage entgegenstehen. Die Hoffnung ruht auf der Wiederaufnahme der Produktion der gesamten Automobilindustrie. Bis die Lieferketten allerdings wieder reibungslos funktionieren, wird es noch in vielen Betrieben Kurzarbeit geben. Preislich gehen wir von unveränderten bis steigenden Preisen aus.

Metalle

Das Thema Corona und seine Auswirkungen auf die globale Wirtschaft an den NE-Metallmärkten war auch im Monat April deutlich spürbar und wird uns auch in den nächsten Wochen begleiten. Sinkende Fallzahlen bei den Neuansteckungen haben dazu geführt, dass es in China, den USA und Europa zu ersten Lockerungsmaßnahmen gekommen ist und die Produktion in den Unternehmen wieder hochgefahren werden konnte. Die Börse reagierte sofort und steigende Notierungen waren bei allen börsennotierten Metallen die Folge.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Seit Ende März stellen wir einen leichten Aufwärtstrend der Nickel Notierung an der LME fest. Von dem Tiefstand am 23. März 2020 bei rund US$ 10.900,00/t, erholte sich der Nickelkurs auf ein Niveau von US$ 12.150,00/t. Die Nachfrage der Edelstahlwerke hat sich nach dem Produktionsstillstand in Italien und den Produktionskürzungen in Belgien ebenfalls erholt. Die Preise sind demzufolge leicht gestiegen. Nach dem dreiwöchigen Lockdown der südafrikanischen Ferro-Chromproduzenten und der rückläufigen Nachfrage, scheint wieder Normalität einzukehren. Der Ferro-Chrom-Preis für das nächste Quartal wurde jetzt endlich fixiert.

Aluminium

Aluminium

Der Aluminiummarkt ist weiterhin sehr angespannt. Gegenüber dem Vormonat hat sich nichts geändert. Im Primärbereich steht und fällt alles mit der Automobilindustrie. Die großen Aluminiumschmelzwerke für Sekundäraluminium in Oberitalien waren aufgrund von Corona bis vor wenigen Tagen geschlossen. Der Markt für Umschmelzblöcke kam dadurch weitestgehend zum Stillstand. So langsam entwickeln sich im Sekundärbereich wieder Handelsaktivitäten. Die Nachfrage nach Aluminiumschrotten hat leicht angezogen.

Kupfer

Buntmetalle

Trotz einer kurzfristigen Erholung der Kupferkurse scheinen die Markanalysten nicht sehr optimistisch für den weiteren Verlauf der Kurse gestimmt zu sein. Die Kurse bewegen sich aktuell bei US$ 5.150,00/t. Für Optimismus sorgte die wirtschaftliche Erholung der chinesischen Wirtschaft nach der Corona-Krise und deren Import an Kupfer. Als nachhaltig wird das von Experten nicht eingestuft. Noch haben die Hütten ihre Abschläge nicht zurückgenommen, was auf eine gute Bevorratung schließen lässt.

Schrottmarktbericht März 2020

Corona bestimmt das wirtschaftliche Geschehen

Es gibt weltweit nur noch ein Thema – Covid-19. Schrottpreise interessieren nur noch am Rande. Ein jeder in seiner Firma ist damit beschäftigt, die richtigen Maßnahmen zu treffen und seinen Betrieb so gut es geht aufrecht zu erhalten.

Durch die Schließung der OEM Betriebe wie VW, Audi, Mercedes und BMW ist damit auch die gesamte Automobilzuliefererindustrie betroffen. Viele andere Sparten, wie z.B. der Maschinenbau, reagieren ebenfalls und schließen ihre Betriebe für die nächsten drei bis vier Wochen.

Auf der Abnehmerseite sieht es ähnlich aus. Am stärksten betroffen sind unsere Partner-Stahlwerke in Italien. Ab Montag ruht dort die gesamte Produktion, ausgenommen die Lebensmittel- und Medizinbranche. Die Stahlwerke in Deutschland kündigen ebenfalls Produktionskürzungen an. Dem werden sich die Werke im benachbarten europäischen Ausland, wie bereits angekündigt, ebenfalls anschließen.

Anfang März war die Stahlschrottbranche noch optimistisch. Die Vertragsverhandlungen waren vielversprechend. Es stellten sich Preisaufschläge von € 5,00/t bis € 15,00/t ein. Kaum waren die ersten Verträge unterzeichnet kamen auch schon die ersten Stornierungen aus Italien. Für die Recyclingbetriebe in Süddeutschland war dies ein besonders harter Schlag, denn Mitte des Monats ließen sich fast keine Neuabschlüsse mit anderen Werken in Deutschland und dem benachbarten Ausland realisieren. Im Fall eines Kontraktes mussten aber Preisabschläge von über € 30,00/t akzeptiert werden.

Aussichten

Auf Grund der vielen Werksschließungen ist mit einem deutlich geringeren Schrottanfall zu rechnen. Jegliche Sammeltätigkeit kam zum Erliegen. Auch derzeitig laufende Demontagen werden nur noch beschränkt durchgeführt. Demgegenüber steht eine geringere Abnahme der Werke. Auch in der Entsorgungsbranche wird es zu Kurzarbeit kommen. Die Schrottpreise werden sich den Marktgegebenheiten anpassen, je nach Bedarf der Werke und wieviel Stahlschrott überhaupt am Markt anfallen wird. Zuletzt waren Preisabschläge von € 50,00/t zu hören.

Durch die stark gestiegenen Frachten im Export kam es zu wenig Abschlüssen im Tiefseegeschäft. Bestehende Kontrakte werden wegen den hohen Frachtpreisen nicht zeitnah abgewickelt.

Metalle

Alle an der Börse notierten Metalle haben mit der Ausbreitung des Corona-Virus einen gewaltigen Kursrutsch erlebt. Am geringsten betroffen waren lediglich die Notierungen für Aluminium. Damit kamen fast alle Handelsaktivitäten zum Erliegen. Ein jeder wartet ab, wie sich die Börse entwickeln wird.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Trotz des starken Rückgangs der Nickelnotierungen konnten nickellegierte Schrotte zu niedrigeren, aber in Relation zur Börse noch vernünftigen Preisen, abgesetzt werden. Bestehende Kontrakte mussten schließlich ausgeliefert werden. Das ändert sich nun zum Monatsende. Die Edelstahlwerke sind ebenfalls von der Corona-Krise betroffen und reagieren mit Produktionskürzungen, bzw. mit Werksschließungen in Italien. Auch hier werden die Preise täglich zurückgenommen. Wir rechnen hier mit einer weiteren Preiskorrektur nach unten.

Aluminium

Aluminium

Trotz mehr oder weniger stabilen Aluminium Notierungen auf niedrigerem Niveau bleiben die Probleme die gleichen wie im Vormonat. Die Halbzeugwerke waren durch die schlechte Auftragslage der Automobilindustrie nur bedingt am Kauf von Primärschrotten interessiert und werden durch die Betriebsschließungen der Automobilindustrie ebenfalls ihre Produktion nach unten fahren. Im Sekundärbereich sieht es nicht viel besser aus. Vielleicht beruhigt sich hier die Lage durch die wirtschaftliche Erholung in China nach dem Überstehen der Corona-Krise. Da aber die größten Abnehmer für Aluminiumspäne in Oberitalien sitzen und durch die Werksschließungen kein Absatz in diese Richtung möglich ist, haben sämtliche Werke ihre Preise für alle Sekundärschrotte deutlich zurückgenommen.

Kupfer

Buntmetalle

Kupfer verhält sich an der Börse wie ein Fieberthermometer, nur in umgekehrter Richtung. Jede schlechte Nachricht über Corona lässt die Kursnotierung fallen, jede positive Nachricht steigen. Handelsgeschäfte gibt es kaum. Die Hütten sind noch gut bevorratet. Aktuell steigen die Lagerbestände deutlich und die Nachfrage ist bestenfalls als verhalten zu bezeichnen.

Hoffnung

Europa hofft, dass die in allen Ländern getroffenen Maßnahmen die schnelle Ausbreitung des Virus stoppen können und der wirtschaftliche Schaden nicht noch ein größeres Ausmaß annimmt. Nächsten Monat wissen wir mehr.