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Stahlschrottpreise gehen deutlich zurück
Die Rohstahlerzeugung in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum spürbar erholt. Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl lag die Produktion rund neun Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Von einer nachhaltigen Trendwende kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet dürfte die Rohstahlproduktion mit etwa 37 Mio. Tonnen weiterhin unter der Marke von 40 Mio. Tonnen bleiben, die als notwendig für eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung gilt.
Besonders kritisch bewertet der Verband das anhaltend niedrige Niveau der Stahlnachfrage in Deutschland. Dies überrascht wenig, da die wichtigsten Abnehmerbranchen – Bauwirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie – weiterhin unter einer schwachen Auftragslage leiden. In der Folge gehen auch die verfügbaren Stahlschrottmengen zurück.
Im Juli zeigte sich am Stahlschrottmarkt eine deutliche Abschwächung der Nachfrage. Mit Beginn der Sommerferien haben sich die Bedarfe der Werke spürbar reduziert. Die italienischen Werke haben ihre Aktivitäten weitgehend bis Ende August eingestellt. Auch andere europäische Werke haben ihre Bedarfe deutlich zurückgefahren. Entsprechend gerieten die Stahlschrottpreise unter Druck, zumal auch vom Export keine Impulse ausgingen und die Exportpreise ebenfalls nachgaben.
Zwar wurden zum Monatsende noch einige Schiffsladungen in Richtung Türkei für August und September abgeschlossen, preisstützende Effekte haben sich jedoch nicht ergeben.
Zusätzliche Belastungen ergeben sich durch das anhaltende Niedrigwasser. Die Einschränkungen in der Binnenschifffahrt führen dazu, dass sowohl die Schrottversorgung als auch der Abtransport von Neuprodukten verstärkt auf Bahn und Straße verlagert werden müssen. Dies verursacht höhere Kosten und verschärft die bestehenden logistischen Probleme.
Metalle
Die Industriemetallmärkte bleiben vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts im Mittleren Osten und der schwächeren chinesischen Produktion volatil; insbesondere die zuvor einsetzende Erholung bei Aluminium wurde ausgebremst, während China als größter Produzent und Verbraucher von Metallen erneut in den Fokus rückt.

Nickel
Der Edelstahl-Schrottmarkt zeigte sich im Juli insgesamt schwach und war von der saisonalen Sommerpause geprägt. Die Handelsaktivitäten blieben auf niedrigem Niveau, während sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite eine zurückhaltende Marktteilnahme zu beobachten war. Unterstützung erhielt der Nickelpreis im Monatsverlauf durch Marktspekulationen rund um die indonesische Förderpolitik. Gerüchte, wonach die Regierung die Abbauquoten weniger stark als erwartet ausweiten wollte, führten zu einem deutlichen Anstieg des Nickelpreises an der LME um zeitweise rund 1.000,00 USD/t. (Quelle: Commerzbank Research) Diese Entwicklung spiegelte sich nur sehr eingeschränkt im Edelstahl-Schrottmarkt wider. Hauptursache hierfür war die sehr schwache Nachfrage der Werke.
Exkurs: Wolfram
Parallel zum Edelstahlsegment hat sich der Wolframmarkt in den vergangenen Monaten extrem angespannt gezeigt. Seit China im Februar 2025 Exportbeschränkungen für wolframhaltige Produkte eingeführt und diese im Dezember 2025 nochmals verschärft hat, fehlen die bislang dominierenden chinesischen Exportmengen spürbar auf dem Weltmarkt.
In der Folge sind die Notierungen für Wolframprodukte – insbesondere APT und wolframhaltige Vormaterialien – regelrecht explodiert und haben ein strukturell erhöhtes Preisniveau erreicht. Laut aktuellen Markteinschätzungen und Research-Berichten großer Banken ist kurzfristig nicht mit einer Lockerung der chinesischen Exportpolitik zu rechnen, sodass von anhaltend hoher Volatilität und weiteren Versorgungsspannungen auszugehen ist. Für die Praxis bedeutet dies, dass insbesondere wolframhaltige Werkzeugstähle, Hartmetalle und entsprechende Schrottqualitäten deutlich teurer und schwerer verfügbar geworden sind. (Quelle: Commerzbank Research)

Aluminium
Der Aluminiumschrottmarkt steht aktuell im Spannungsfeld zwischen geopolitisch getriebenen Primäraluminiumpreisen und einer spürbar schwächeren Situation im Sekundärsegment.
Die Eskalation des US-Iran-Konflikts und die massiven Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben die Abwärtskorrektur beim Primäraluminiumpreis beendet und zu einem deutlich festeren Niveau geführt. Damit bleibt Primärmaterial knapp und wird weiterhin mit hohen physischen Prämien gehandelt, insbesondere für standardisierte Hüttenqualitäten.
Im Gegensatz dazu haben die Preise für Sekundärschrott in den letzten Wochen deutlich nachgegeben.
Während die Nachfrageimpulse aus China – signalisiert durch rückläufige Lagerbestände an der SHFE – auf eine gewisse Belebung im Primärsegment hindeuten, schlagen diese Effekte bislang nur begrenzt auf den europäischen Sekundärmarkt durch. Die Notierungen an der LME haben sich nach den kriegsbedingten Preissprüngen zuletzt eher seitwärts bewegt. (Quelle: Commerzbank Research, MBI Metalle-Monitor)
Insgesamt bleibt der Aluminiumschrottmarkt damit von deutlichen Gegensätzen geprägt: Primäraluminium bleibt knapp und teuer, während Sekundärschrotte unter Druck stehen und kurzfristig nur begrenztes Aufwärtspotenzial haben.

Buntmetalle
Der Kupfermarkt zeigte sich im Juli ausgesprochen fest. Nach Meldungen aus Chile, dem weltweit wichtigsten Kupferexporteur, dass die Kupferminenproduktion um rund 13 Prozent zurückgegangen ist, gingen die Kupferkurse wieder nach oben. Vor dem Hintergrund eines ohnehin angespannten Angebotsbildes reichte diese Nachricht aus, um die Notierungen deutlich anzutreiben.
In der Folge kletterte der Kupferpreis zeitweise bis in den Bereich von 13.700 USD je Tonne. Die Kombination aus diesem kräftigen Preisanstieg und der bevorstehenden Sommerpause belastete den Schrottmarkt erheblich: Aufkäufer agieren deutlich zurückhaltender, Lagerbestände werden kritisch geprüft, und die Bereitschaft, höhere Preise für Schrottqualitäten zu akzeptieren, ist spürbar gesunken.
An der London Metal Exchange haben sich die Preise in der letzten Juliwoche auf einem Niveau von etwa 12.000 EUR je Tonne eingependelt. Damit bleibt Kupfer auf einem historisch hohen Niveau, während Schrotterlöse für Kupfer unter Druck stehen.
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