Schrottmarktbericht November 2019

Ist denn schon Weihnachten? Eine gute Nachfrage bei einem knappen Angebot beschert dem Stahlschrotthandel höhere Preise.

Mit dieser Preisentwicklung hat in der Branche wohl niemand gerechnet. Nach den gewaltigen Preisabschlägen in den letzten zwei Monaten wäre man mit unveränderten Preisen zufrieden gewesen in der Hoffnung, dass sich im neuen Jahr alles zum Guten wendet. Eine hohe Nachfrage der türkischen Verbraucher führte letztendlich zu einem unverhofften Preisanstieg von bis zu € 25,00/t. Aber auch in Deutschland und im benachbarten Ausland war die Nachfrage beachtlich. Nichts desto trotz hat sich an der konjunkturellen Lage nichts geändert. Bedingt durch Kurzarbeit und eine schlechtere Auftragslage ist das Stahlschrottaufkommen zurückgegangen.

Aussichten

Für Dezember werden stabile Preise – also eine Seitwärtsbewegung – erwartet. Einige Werke verabschieden sich bereits früher in den Weihnachtsurlaub. Feiertagsbedingt wird es ein kurzer Liefermonat werden, so dass frühestens im Januar mit einer Belebung des Marktes gerechnet wird. Dies trifft im Umkehrschluss auch auf das Aufkommen für Neuschrott zu, da viele Produktionsbetriebe am 20.12.2019 schließen. Wann die türkischen Stahlwerke beginnen, sich für die Produktion im Januar mit Schrott einzudecken ist noch unklar. Sollte sich die Nachfrage bei einem derzeit reduzierten Angebot verstärken wird sich das auf die Stahlschrottpreise auswirken.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Die Nickelnotierungen befinden sich im deutlichen Abwärtstrend und haben über 14 % nachgegeben. Die Werke sollten nun im Gegenzug ihre stark reduzierten Nickelinhaltspreise wieder anheben. Die Chrompreise sind weiter unter Druck und werden wohl noch einmal fallen. Was die Nachfrage der Werke nach Edelstahlschrott angeht, so hat diese wieder angezogen.

Aluminium

Aluminium

Die Talsohle am Markt für Sekundärblöcke und damit auch für Alu Sekundärschrotte scheint erreicht und der Markt beginnt sich zu stabilisieren. Viele Unternehmen in der Aluminiumindustrie befinden sich nach wie vor in den Jahresverhandlungen. Die Schwäche in der Automobilbranche, der größte Abnehmer für Aluminium, hält weiterhin an. Mit großen Preissprüngen ist demzufolge in naher Zukunft nicht zu rechnen.

Kupfer

Buntmetalle

Die Versorgungslage der Werke an Kupferschrotten ist sehr gut und in Anbetracht des zu Ende gehenden Jahres ist die Nachfrage deutlich gefallen. Liefertermine werden längst in das neue Jahr geschoben. Die Kupferkurse sind derzeit wenig volatil und bewegen sich zwischen kleinen Auf und Ab‘s zwischen US$ 5.800,00/t und US$ 5.900,00/t. Sollte es zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen USA und China kommen, könnte sich dies insgesamt positiv auf die Metallnotierungen auswirken.