Schrottmarktbericht Januar 2026

Stahlschrottmarkt: Dynamischer Start ins neue Jahr

Der Stahlschrottmarkt ist mit einem erfreulich positiven Signal ins neue Jahr gestartet. Nach den turnusmäßigen Werksstillständen über die Weihnachtsfeiertage meldeten sich die Stahlwerke mit spürbar gestiegenem Bedarf zurück. Angesichts eines saisonal schwachen Zulaufs im Januar überstieg die Nachfrage das verfügbare Angebot deutlich.

Zusätzliche Impulse kamen zeitweise vom Exportmarkt, der sich zu Monatsbeginn belebt zeigte, jedoch bereits zur Monatsmitte wieder an Dynamik verlor. Belastend wirkten zudem die anhaltend schwierigen Witterungsbedingungen: Schnee und Eis erschwerten Logistik und Erfassung und dämpften den Handelsfluss.

Insgesamt führte die angespannte Angebotslage zu einer spürbaren Preiserholung. Je nach Sorte legten die Schrottpreise um rund 10,00 bis 15,00 Euro pro Tonne zu. Damit setzte der Markt zum Jahresauftakt ein positives Zeichen – auch wenn die weitere Entwicklung maßgeblich von der Nachfrage- und Wetterlage in den kommenden Wochen abhängen wird.

Aussichten

Die Auftragslage der Stahlwerke in Deutschland sowie im benachbarten europäischen Ausland zeigt sich für die kommenden zwei Monate stabil bis gut. Damit ist der Absatz von Stahlschrott vorerst gesichert und bietet dem Markt eine solide Grundlage.

Auf der Exportseite zeichnet sich hingegen ein differenzierteres Bild ab. Bereits zur Monatsmitte haben Exporteure ihre Preise zurückgenommen. Der weiterhin starke Euro erhöht den Wettbewerbsdruck und zwingt europäische Schrottanbieter, ihre Gebotspreise an die Hafenläger anzupassen.

Für den Februar wird das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage maßgeblich die Preisentwicklung bestimmen. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einem insgesamt stabilen Marktumfeld und erwarten gleichbleibende bis leicht steigende Schrottpreise.

Metalle

An den Industriemetallmärkten wurde Mitte des Monats fast das Rekordhoch des LMEX aus dem Jahr 2022 erreicht. Zum Monatsende ist die Luft vorerst raus. Laut Commerzbank Research wird der Markt die zum Monatswechsel anstehenden Stimmungsindikatoren im Hauptabsatzmarkt China abwarten, bevor möglicherweise noch vor dem chinesischen Neujahrsfest ein neuer Anlauf auf die alten Rekordmarken unternommen wird.

Legierter_Schrott

Nickel

Im Einklang mit der Entwicklung anderer Industriemetalle konnten auch die Nickelnotierungen in den vergangenen Wochen zulegen. Auf den Schrottpreis für legierten Stahlschrott wirkte sich dieser Anstieg jedoch bislang nur sehr begrenzt aus. Die Preise verharren weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Hintergrund hierfür ist die nach wie vor äußerst angespannte Auftragslage der Edelstahlwerke. Zusätzlich verstärkt der zunehmende Zufluss preisgünstiger Edelstahlimporte aus Fernost den Wettbewerbsdruck auf den europäischen Markt. In der Folge bleibt die Nachfrage nach legierten Stahlschrotten verhalten, sodass sich trotz steigender Nickelkurse bislang keine nachhaltige Preiserholung einstellen konnte.

Aluminium

Aluminium

Auch die Aluminium-Notierungen konnten vom allgemeinen Aufwärtstrend an den Metallmärkten profitieren. Vor dem Hintergrund einer weiterhin unsicheren Versorgungslage im Primäraluminiumbereich zogen die Spotmarktprämien für Primäraluminium erneut an.

Auf der Nachfrageseite bleibt die Situation jedoch angespannt. Insbesondere im Automobilsektor ist die Auftragslage weiterhin unbefriedigend, wodurch sowohl verarbeitende Werke als auch Aluminiumschmelzwerke unverändert unter wirtschaftlichem Druck stehen. Trotz dieser Rahmenbedingungen zeigt sich der Absatz von Primäraluminiumschrotten stabil bis gut.

Die gestiegenen Aluminiumkurse führten zusätzlich zu einer erhöhten Angebotsbereitschaft am Markt und setzten weitere Mengen frei. Ein vergleichbares Bild ergibt sich im Sekundärbereich: Die höheren Blockpreise wirkten sich unmittelbar auf die Schrottpreise aus, sodass auch die Notierungen für Sekundär-Aluminiumschrotte spürbar zulegen konnten. (Quelle: MBI Metalle Monitor, 30.01.2026).

Kupfer

Buntmetalle

Der Kupfermarkt startete mit außergewöhnlicher Dynamik ins neue Jahr. Bereits zum Jahreswechsel schossen die Notierungen nach oben und markierten bei USD 13.407,00 pro Tonne den ersten Höhepunkt. Nach einer kurzfristigen Konsolidierung auf einem weiterhin hohen Niveau um USD 13.000,00 pro Tonne setzte sich der Aufwärtstrend erneut fort und führte kurz vor Monatsende zu einem neuen Allzeithoch von USD 14.379,00 pro Tonne.

Nach Einschätzung des MBI Metalle Monitor ist dieser extreme Preisanstieg weniger auf fundamentale Faktoren zurückzuführen, sondern vielmehr Teil einer breiteren, spekulativ getriebenen Erholung an den Metallmärkten. Ein schwächerer US-Dollar sowie die verstärkte Nachfrage von Investoren nach physischen Sachwerten sorgten für zusätzlichen Rückenwind. Als wesentlicher Preistreiber gelten dabei spekulative Engagements chinesischer Finanzmarktakteure, insbesondere an den Börsen in Shanghai. (Quelle: MBI Metalle Monitor, 30.01.2026)

Auf der physischen Marktseite zeigte sich jedoch ein deutlich anderes Bild. Die hohen Notierungen lösten eine massive Angebotswelle bei Kupferschrotten aus, die vom Markt kaum noch aufgenommen werden konnte. In Reaktion darauf erhöhten die Kupferhütten ihre Abschläge spürbar. Angesichts der weiterhin schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der verhaltenen Auftragslage reduzieren Hütten- und Umschmelzwerke aktuell ihren Schrottpreisankauf deutlich.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die aktuelle Preisentwicklung nur bedingt durch reale Nachfrage gedeckt ist. Solange sich die industrielle Nachfrage nicht nachhaltig erholt, ist mit erhöhter Volatilität zu rechnen, und das Risiko einer ebenso schnellen Korrektur bleibt bestehen.

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