Schrottmarktbericht März 2026

Konsolidierung der Stahlschrottpreise

Im März bestätigte sich die insgesamt feste Marktlage mit einer erfreulich guten Nachfrage seitens der Stahlwerke. Die Preise blieben, wie erwartet, weitestgehend stabil. Werke, die im Vormonat ihre Preise nicht angepasst hatten, standen aufgrund der guten Nachfrage unter Druck, sodass es je nach Region und Sorte zu Preisveränderungen kam, die von minus 10,00 Euro pro Tonne bis plus 20,00 Euro pro Tonne reichten.

Die Preise scheinen sich dem Preisniveau im Süden angeglichen zu haben, wo es überwiegend zu einer Seitwärtsbewegung bis hin zu leicht abgeschwächten Preisen kam.

Bemerkenswert ist, dass sich die türkischen Importeure bereits seit Februar fast gänzlich vom Tiefseemarkt zurückgezogen hatten und auch im März keine nennenswerten Kaufaktivitäten zeigten. Dennoch waren die deutschen und europäischen Stahlwerke gut ausgelastet, und der Bedarf an Schrott blieb konstant. Das deutlich geringere Schrottangebot trug zusätzlich zur Preisstabilität bei.

Insgesamt zeigte sich der Markt damit weiterhin robust und ausgeglichen.

Aussichten

Aufgrund des Krieges im Nahen Osten ist derzeit schwer abschätzbar, wie sich der Markt in den nächsten Monaten entwickeln wird. Nach einer rund dreiwöchigen Ruhepause haben die türkischen Verbraucher ihre Aktivitäten am Tiefseemarkt deutlich verstärkt. Aufgrund stark gesunkener Lagerbestände kaufen die türkischen Verbraucher derzeit wieder vermehrt ein, und dies auch zu deutlich höheren Preisen.

Auch in Deutschland und Europa zeigt sich die Nachfrage der Stahlwerke stabil. Trotz der zuletzt stark gestiegenen Energiepreise, die ebenfalls auf die Konflikte im Nahen Osten zurückzuführen sind, rechnet die Branche mit weiter steigenden Stahlschrottpreisen. Marktteilnehmer gehen derzeit von einem Anstieg zwischen 10,00 und 20,00 Euro pro Tonne im kommenden Monat aus. Belastend für die Kreislaufwirtschaft insgesamt sind die stark gestiegenen Transportkosten von derzeit etwa acht Prozent.

Insgesamt zeichnet sich für den Monat April eine feste, in Teilen sogar freundliche Preistendenz ab. Eine anhaltend gute Nachfrage bei gleichzeitig überschaubarem Angebot dürfte den europäischen Schrottmarkt weiterhin stützen und für ein insgesamt stabiles Preisniveau sorgen.

Metalle

Mit Ausbruch des Krieges im Iran haben auch die Preise für alle Industriemetalle nachgegeben. Der wichtigste Preistreiber für die Metalle ist seit Anfang März der Ölpreis, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: Steigt der Ölpreis, fallen die Metallpreise – und umgekehrt, ausgenommen Aluminium. (Quelle: Commerzbank Research, 24.03.2026

Legierter_Schrott

Nickel

Der Markt für legierte Schrotte zeigte sich im Monat März für alle Sorten sehr freundlich. Die Preise haben sich dank einer guten Nachfrage der Edelstahlwerke insgesamt je nach Sorte und Verfügbarkeit um bis zu 100,00 Euro pro Tonne nach oben bewegt. Gegen Monatsende hat sich die Stimmung jedoch verändert. Die Nachfrage der Werke ließ spürbar nach. In der letzten Dekade des Monats haben sich die Preise leicht nach unten bewegt.

Für den Monat April erwarten wir eine weiterhin volatile Marktlage.

Aluminium

Aluminium

Der Krieg im Iran hat große Auswirkungen auf den Aluminiummarkt und bedroht die weltweite Aluminiumversorgung. Aluminium Bahrain, Betreiber einer der größten Aluminiumhütten der Welt, hat bereits bekannt gegeben, die Auslieferungen vorläufig zu stoppen. Parallel dazu musste Norsk Hydro seine Produktionskapazitäten in seinem Werk in Katar deutlich herunterfahren, um auf die angespannten Energie- und Rohstoffbedingungen zu reagieren. (Quelle: MBI NE-Metalle Monitor, März 2026)

Diese Entwicklungen schüren die Befürchtung, dass der ohnehin knappe Aluminiummarkt weiter aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Marktanalysten halten daher massive Preissteigerungen für dieses strategisch wichtige Industriemetall in den kommenden Wochen nicht für ausgeschlossen. Die Preise für Sekundäraluminiumschrotte haben bereits leicht angezogen. Es bleibt abzuwarten, wie sich auch die steigenden Energie- und Transportkosten auf die Schmelzwerke auswirken.

Kupfer

Buntmetalle

Nach den Höchstständen im Januar 2026, als Kupfer zeitweise über 14.500 USD pro Tonne notierte, hat sich der Kurs weiter konsolidiert. Anfang März erreichte er mit 11.878,50 USD pro Tonne (LME Cash am 24. März) den tiefsten Punkt des Jahres. Zuletzt hat sich die Notierung erholt und liegt aktuell bei rund 12.200 USD pro Tonne.

Das Kaufinteresse der europäischen Metallschmelzwerke für das zweite Quartal ist wieder spürbar gestiegen. Dennoch bleiben die Abschläge im physischen Handel hoch, und nicht alle Kupfersorten werden gleichermaßen nachgefragt. Prognosen sehen für Q2 2026 Durchschnittspreise um 12.500 USD pro Tonne bei einem anhaltenden Defizit von ca. 330.000 t. (Quelle: Morgan Stanley)

Die Kursentwicklung wird maßgeblich von den Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt sowie der unsicheren globalen Lage beeinflusst. Kupfer agiert derzeit als klarer Indikator für die Weltwirtschaft und steht unter starkem Druck. Anhaltende Inflation, schwankende Wachstumsraten und steigende LME-Bestände (aktuell 360.250 t) verstärken die Volatilität zusätzlich. (Quelle: Westmetall)

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