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Angebot und Nachfrage regeln den Preis
Im Februar 2026 haben sich die Schrottpreise erneut nach oben bewegt. Je nach Sorte, Werk und Region stiegen die Preise um 5 bis 20 Euro pro Tonne. Diese Entwicklung ist jedoch weniger auf eine konjunkturelle Belebung zurückzuführen als vielmehr auf knappere Verfügbarkeiten im Inlandsmarkt.
Die Auftragslage in weiten Teilen der Industrie bleibt verhalten; einige Branchen arbeiten weiterhin in reduziertem Umfang oder unter Kurzarbeit. Das führt zu einem geringeren Anfall im Neuschrottsegment. Zudem sorgten winterliche Wetterverhältnisse in vielen Regionen für erschwerte Sammel- und Transportbedingungen, was die Erfassung von Altschrotten deutlich bremste.
Das Exportgeschäft hatte im Februar nur begrenzten Einfluss auf den Markt. Der im Vergleich zu Europa schwache Dollar-Euro-Kurs drückte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte und ließ internationale Absatzmöglichkeiten weitgehend ungenutzt. Entsprechend prägte der Binnenmarkt das Preisgeschehen.
Regional zeigte sich ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle: Während im Norden und Nordosten kräftigere Preiserhöhungen durchgesetzt werden konnten, fiel der Anstieg im süddeutschen Raum spürbar moderater aus.
Metalle
Die Unsicherheit an den Metallmärkten hält an. Nach einem kräftigen Preisanstieg im Januar zeigte sich im Februar eine deutliche Konsolidierung, bevor sich zum Monatsende hin wieder ein Aufwärtstrend abzeichnete. Die teils starken Kursschwankungen erschweren derzeit das Tagesgeschäft und führen zu spürbarer Zurückhaltung im Handel.
Hohe Metallnotierungen wirken momentan nicht nachfragestimulierend – weder die Industrie noch der Handel zeigen nennenswerte Belebungseffekte. Insbesondere China als einer der weltweit wichtigsten Verbraucher bleibt in seiner Nachfrage ungewöhnlich passiv. Diese Zurückhaltung dämpft die Marktdynamik, während der Rohstoffsektor insgesamt von spekulativen Bewegungen und schwankenden Wirtschaftsdaten geprägt bleibt. (Quelle: Commerzbank Research)

Nickel
Am deutschen Markt für Edelstahlschrotte haben sich die Preise für legierte Qualitäten zuletzt leicht gefestigt. Ausschlaggebend ist derzeit vor allem das knappe Angebot an Edelstahlschrott, nicht ein durchgreifender Nachfrage- oder Konjunkturimpuls. Trotz festerer Nickelkurse spiegelt sich die Börsenentwicklung nur gedämpft in den Schrottpreisen wider, da die Werke bei legierten Schrotten kaufzurückhaltend agieren. Das Aufkommen an Edelstahlschrott bleibt auf vielen Plätzen unter dem langjährigen Durchschnitt, da Industrieproduktion und Instandhaltungsaktivitäten in Deutschland weiterhin nur verhalten laufen.
Die Auftragslage der europäischen Edelstahlwerke gilt nach wie vor als angespannt; Importdruck aus Fernost und preisgünstige Fertigprodukte engen die Margen der hiesigen Produzenten ein. Entsprechend agieren die Werke bei Edelstahlschrotten selektiv, sichern sich benötigte Qualitäten zwar zügig, vermeiden jedoch aggressive Preisaufschläge.
Die leichte Preisfestigung bei legierten Schrotten ist daher primär mengengetrieben und nicht durch ein tragfähiges Nachfragefundament unterlegt. (Quelle: MBI Stahl Monitor, IKB Rohstoffpreis-Information)

Aluminium
An der LME notierte Aluminium im Februar 2026 überwiegend in einer Spanne um die Marke von gut 3.000 USD je Tonne, womit die Preise im Monatsverlauf moderat schwankten, im Jahresvergleich jedoch deutlich höher lagen. Branchenanalysen gehen für das erste Quartal von einem Preiskorridor um 3.200 USD je Tonne aus, was die zuletzt leicht feste Tendenz untermauert. (Quelle: Westmetall)
Die Primäraluminium-Seite zeigt sich weiter verhalten, während der Sekundärmarkt fest tendiert und von anhaltend knapper Verfügbarkeit profitiert. Die Notierungen haben sich im Zuge eines freundlichen Börsenumfelds leicht nach oben bewegt, ohne jedoch eine echte Nachfragebelebung in den Abnehmerindustrien zu signalisieren.
Die Auftragslage der Primäraluminium-Schmelzwerke bleibt gedämpft, da zentrale Abnehmerbranchen wie Automobil, Bau und Maschinenbau ihre Abrufe zurückhalten. Im Sekundärmarkt zeigt sich der Aluminiumschrottmarkt fest, getragen von einer anhaltend hohen Nachfrage der Umschmelzwerke nach qualitätsgerechten Schrotten. Trotz rückläufiger Recyclingproduktion im Jahr 2025 meldet die Branche eine Verknappung von Aluminiumschrotten, was zu spürbaren Preisaufschlägen insbesondere bei gefragten Qualitäten führt. (Quelle: MBI NE-Metalle Monitor)
Viele Werke stehen unter erheblichem Kosten- und Margendruck, sind jedoch aufgrund ihrer Schmelzkapazitäten und langfristiger Lieferverpflichtungen gezwungen, weiterhin aktiv am Markt zu kaufen. Dies stabilisiert das Preisniveau im Sekundärbereich und stützt die Prämien für besser einsetzbare, sortenreine Schrottsorten.

Buntmetalle
Kupfer notierte Ende Februar 2026 weiterhin auf sehr hohem Niveau, wenn auch unter dem Rekordhoch vom Januar. An der LME lagen die Cash-Notierungen in der zweiten Februarhälfte überwiegend zwischen rund 12.600 und gut 13.000 US-Dollar je Tonne. Die LME-Lagerbestände sind im bisherigen Jahresverlauf deutlich angestiegen – von etwa 145.000 Tonnen Anfang Januar auf über 240.000 Tonnen um den 24. Februar –, was kurzfristig einen gewissen Puffer signalisiert.
Gleichzeitig rechnen internationale Studien wie die der International Copper Study Group nur noch mit einem sehr moderaten Wachstum der Raffinadeproduktion von unter 1 Prozent im Jahr 2026 sowie mit einem Angebotsdefizit. Große Minen leiden weiterhin unter Stromausfällen, logistischen Engpässen und vorsichtigen Produktionsplänen, was die Angebotssituation strukturell fragil hält. (Quelle: Reuters, ICSG)
Für physische Marktteilnehmer im Kupferhandel bedeutet das aktuelle Umfeld eine Kombination aus hohen Notierungen und ausgeprägter Volatilität, die das Hedging und die Kalkulation erschwert. Die gestiegenen LME-Bestände nehmen kurzfristig etwas Druck aus der Spotversorgung. Abnehmerindustrien zeigen sich bei diesem Preisniveau teilweise zurückhaltend. Auch der Handel agiert vorsichtig, da die Kupferhütten ihre Abschläge deutlich erhöht haben, um die hohe LME-Notierung abzufedern. Erschwerend kommen späte Anlieferungstermine hinzu.
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