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Sommerloch trifft auf Niedrigwasser
Der August stand ganz im Zeichen von Niedrigwasser, Werksferien und schwacher Nachfrage. Die Schifffahrt auf Rhein, Mosel und weiteren wichtigen Wasserstraßen kam teilweise nahezu zum Erliegen. Auch Ausweichmöglichkeiten über Bahn und Straße waren aufgrund begrenzter Kapazitäten nur eingeschränkt verfügbar.
Die Logistik wurde zum Engpass. Teilweise blieb nur der Aufbau von Lagerbeständen – bei einigen Betrieben bis an die Kapazitätsgrenze.
Ferienbedingt fiel der Eingang von Neuschrotten schwächer aus. Die italienischen Stahlwerke waren im August komplett aus dem Markt, während andere Werke nur reduziert einkauften. Entsprechend gering blieben die Handelsaktivitäten.
Die Preise zeigten sich insgesamt stabil. Einzelne Werke in Deutschland und dem europäischen Ausland konnten jedoch Preisreduzierungen von rund fünf Euro pro Tonne durchsetzen.
Auch die türkischen Werke agierten im August überwiegend zurückhaltend am internationalen Schrottmarkt.
Zum Monatsende stabilisierte sich die Marktlage. Ausschlaggebend war vor allem das rückläufige Schrottangebot.
Metalle
Die Entwicklung an den internationalen Märkten für Industriemetalle zeigte sich im August uneinheitlich. Während geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheiten weiterhin für ein volatiles Marktumfeld sorgten, blieb die industrielle Nachfrage insgesamt verhalten. Die einzelnen Metalle reagierten dabei unterschiedlich auf die Marktgegebenheiten.
Während Kupfer zeitweise deutliche Preissprünge nach oben verzeichnete, um diese anschließend wieder weitgehend abzugeben, zeigten sich Nickel und Aluminium deutlich stabiler.

Nickel
Der europäische Edelstahlmarkt präsentierte sich im August erwartungsgemäß ruhig. Die ferienbedingte Zurückhaltung vieler Marktteilnehmer führte zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach Edelstahlschrotten. Sowohl auf der Abnehmer- als auch auf der Angebotsseite wurden Entscheidungen vielfach zurückgestellt, sodass der Markt über weite Strecken von einer abwartenden Haltung geprägt war.
Gegen Ende des Monats zeigte sich jedoch eine erste Belebung. Insbesondere bei Edelstahlschrotten war eine spürbar steigende Nachfrage zu beobachten. Dies könnte ein erstes Signal dafür sein, dass sich die Marktaktivitäten nach der sommerlichen Ruhephase wieder normalisieren.
Für den europäischen Edelstahlmarkt ist dabei insbesondere die Entwicklung der Importströme von Bedeutung. Europa hat seine Maßnahmen zum Schutz der heimischen Edelstahlindustrie vor günstigen Importen aus Asien verschärft. Die inzwischen greifenden Safeguard-Maßnahmen begrenzen den zusätzlichen Importdruck und schaffen für europäische Produzenten ein stabileres Marktumfeld.
Nach dem Ferienende dürfte daher eine spürbare Belebung der Handelsaktivitäten einsetzen.

Aluminium
Der deutsche Aluminiummarkt zeigte sich im August weitgehend stabil. Nach dem Preisrückgang für Primär- und Sekundäraluminium im Juni haben sich die Preise und Notierungen trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen nur geringfügig verändert. Maßgeblich hierfür war das ausgeprägte Sommerloch, das die Marktaktivitäten und insbesondere die Nachfrage aus der Industrie deutlich dämpfte.
Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung bei Primäraluminium. Angesichts der weiterhin hohen Energieintensität der Aluminiumproduktion wäre grundsätzlich ein stärkerer Preisanstieg zu erwarten gewesen. Dennoch blieben die Notierungen im August weitgehend unter Druck beziehungsweise bewegten sich seitwärts. Die verhaltene Nachfrage und die insgesamt zurückhaltende Einkaufsaktivität verhinderten bislang eine nachhaltige Aufwärtsbewegung.
Mit dem Ende der Werksferien kommt inzwischen wieder Bewegung in den Markt. Die Handelsaktivitäten nehmen zu und erste Nachholeffekte bei der Nachfrage sind erkennbar.
Aktuell verharren die Notierungen für Aluminium bei rund 2.750 EUR je Tonne. Ob dieses Preisniveau nachhaltig Bestand haben wird, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die industrielle Nachfrage erholt und in welchem Umfang steigende Produktions- und Energiekosten auf die Preise durchschlagen können.
Eine wesentliche Unsicherheit bleibt die Situation in der Automobilzulieferindustrie. Eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ist bislang nicht zu erkennen. Für den Aluminiummarkt wird daher entscheidend sein, ob sich die Nachfrage der verarbeitenden Industrie im Herbst belebt. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Rahmenbedingungen, die Energiepreise und die Entwicklung der internationalen Aluminiumströme wichtige Einflussfaktoren.

Buntmetalle
Der Kupfermarkt blieb im August 2026 von einer hohen Unsicherheit geprägt. Insbesondere die Diskussion um mögliche US-Importzölle sowie die erneut zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sorgten zwischenzeitlich für deutliche Unruhe und erhöhte Volatilität.
Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Entwicklung am kurzfristigen Markt. Zeitweise bildete sich eine ausgeprägte Backwardation von rund 500 EUR je Tonne. Der Preis für sofort verfügbares Kupfer an der London Metal Exchange (LME Cash) lag damit deutlich über dem Preis des 3-Monats-Kontrakts (LME 3-Month). Eine derart starke Backwardation ist ein deutliches Signal für eine angespannte kurzfristige Versorgungssituation und machte die physische Verfügbarkeit von Kupfer zum zentralen Thema im Markt.
Im weiteren Monatsverlauf entspannte sich die Lage wieder. Mit den rückläufigen Notierungen nahm auch der Preisdruck im Kassamarkt ab. Gleichzeitig zeigten die Lagerbestände eine bemerkenswerte Entwicklung: Erstmals seit rund drei Monaten stiegen die Bestände sowohl an der LME als auch an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) wieder an. Dies deutet auf eine Verbesserung der kurzfristigen Verfügbarkeit hin und spricht für eine gewisse Normalisierung der Versorgungssituation. (Quelle: MBI NE-Metalle Monitor, 28.08.2026)
Auch der deutsche Kupfermarkt zeigte sich im August widerstandsfähiger als für die Sommermonate üblich. Trotz Werksferien und der traditionell geringeren Marktaktivität kam es kurzfristig zu einem regen Handel. Insbesondere bei konkretem Bedarf wurden Mengen zeitnah disponiert und Preisbewegungen für Absicherungen genutzt.
Der August zeigte einmal mehr, wie sensibel der Kupfermarkt auf geopolitische Entwicklungen, handelspolitische Entscheidungen und Veränderungen bei der physischen Verfügbarkeit reagiert. Nach einer Phase ungewöhnlich hoher Spannung im Kassamarkt hat sich die Lage zuletzt wieder etwas stabilisiert – die kommenden Monate dürften jedoch weiterhin von erhöhter Volatilität geprägt sein.
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