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Stabile Preise trotz gegenteiliger Erwartungen
Entgegen vielen Prognosen blieben die Stahlschrottpreise im Oktober weitgehend auf unverändertem Niveau. Der von zahlreichen Marktteilnehmern erwartete Preisanstieg ist ausgeblieben. Der Markt verzeichnete im Wesentlichen eine Seitwärtsbewegung. Je nach Region und Sorte wurden teilweise fünf Euro pro Tonne mehr bezahlt.
Als Gründe werden eine verhaltene Nachfrage der Abnehmerwerke sowie weiter gestiegene Energiekosten, insbesondere für Erdgas und Strom, genannt. Gleichzeitig erschwerten Niedrigwasser und eingeschränkte Schiffbarkeit auf Rhein und weiteren wichtigen Wasserstraßen die Auslieferung von Stahlschrott deutlich. Ein Ausweichen auf Bahn oder Lkw ist derzeit nur begrenzt möglich, da hier schlicht und ergreifend der Frachtraum fehlt.
Der ebenfalls schwache Export in Richtung Türkei hat zur Stabilisierung der Preise beigetragen.
Metalle
Die Metallpreise standen im Oktober alle unter Druck, und es kam kurzfristig immer wieder zu stark fallenden und anschließend steigenden Preisen. Die Belastung entstand unter anderem durch eine stärkere US-Inflation, höhere Zinserwartungen und einen Kursrückgang bei KI- und Halbleiteraktien. (Quelle: Commerzbank Research)

Nickel
In Europa sind die Preise für die Standard-Edelstahlschrottsorten gesunken. Berichte über mögliche höhere indonesische Nickel-Förderquoten haben den Nickelpreis und damit die Schrottpreise belastet. Die Nachfrage der Edelstahlwerke ist derzeit verhalten. Beklagt wird eine schwache Auftragslage aus allen Bereichen. Da legierte Stahlschrottsorten trotz der logistischen Probleme im Binnenschiffsverkehr gut verfügbar sind, wird vorerst nicht mit Preissprüngen nach oben gerechnet. (Quelle: MBI Stahl Monitor Nr. 21)

Aluminium
Aluminium notierte im Monatsverlauf nahe der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 US-Dollar je Tonne und ist seit dem Höchstwert im Juni 2026 um 22 Prozent gefallen. Der Aluminiummarkt zeigt sich insgesamt schwach. Die Preise für Sekundäraluminium befinden sich auf dem Rückzug, wobei die Blockpreise in Relation zu den Schrottpreisen stärker gefallen sind. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie – nach wie vor der wichtigste Abnehmer für Aluminiumblöcke und Flüssigaluminium – bleibt schwach, und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation auch bis zum Jahresende nicht ändern wird, zumal die Energiekosten die Aluminiumproduktion extrem belasten. (Quelle: MBI NE-Metalle Monitor Nr. 21)

Buntmetalle
Kupfer blieb trotz kurzfristiger Schwäche auf einem historisch hohen Preisniveau. An der LME wurde im Durchschnitt die Marke von 14.000 US-Dollar je Tonne gehalten. Steigende LME-Lagerbestände und zunehmend verfügbare Warrants milderten die unmittelbaren Knappheitssorgen. Die physische Nachfrage konnte mit den Rekordpreisen nicht vollständig Schritt halten. Die Hüttenabschläge wurden weiter heraufgesetzt. Auf der LME Week in London wurde Kupfer von den Teilnehmern als das Industriemetall mit dem besten Preisausblick eingestuft. (Quelle: LME Insight, MBI NE-Metalle Monitor Nr. 21, Commerzbank Research)
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