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Gute Nachfrage bei stabiler Preisentwicklung
Mit dem Ende der Sommerferien und dem Wiederanlaufen der Produktion belebte sich im September 2026 auch spürbar die Nachfrage nach Stahlschrott. Die Stahlwerke zeigten sich gut beschäftigt, was grundsätzlich für eine solide Absatzlage sorgte. Dem gegenüber stand ein ausreichendes bis gut verfügbares Angebot an Stahlschrott.
Wie erwartet bewegten sich die Schrottpreise im September nahezu in allen Absatzländern seitwärts bis leicht steigend, gestützt durch eine vorsichtig anziehende Nachfrage der türkischen Verbraucher. Der Export in Richtung Türkei zeigte sich im Monatsverlauf belebter als in den schwachen Sommermonaten zuvor, blieb aber insgesamt verhalten und preissensibel. Nur die italienischen Stahlwerke zeigten sich von der Preisentwicklung im benachbarten europäischen Ausland unbeeindruckt und reduzierten die Preise um rund fünf Euro pro Tonne. Begründet wurde dies mit der guten Verfügbarkeit von Inlandsschrott, der die Abhängigkeit von Importen verringerte und den Werken mehr Verhandlungsspielraum gab.

Während sich die fundamentale Angebot-Nachfrage-Situation entspannt präsentierte, blieb die Logistik die dominierende Herausforderung des Monats. Die anhaltend niedrigen Pegelstände auf den wichtigen Binnenwasserstraßen schränkten die Schifffahrt massiv ein, wodurch vielerorts die Lagerkapazitäten der betroffenen Recyclingbetriebe an ihre Grenzen stießen. Das Ausweichen auf die Bahn war ebenfalls keine Alternative. Entweder fehlte es an Waggons oder an Personal.
Metalle
Der September 2026 war an den internationalen Märkten für Industriemetalle von einem insgesamt hohen, aber uneinheitlichen Preisniveau geprägt. Vor allem Kupfer, Zinn und Zink bewegten sich deutlich über den Vorjahresständen, während die Notierungen im Monatsverlauf wiederholt zwischen Angebotsengpässen, geopolitischen Risiken und nachlassenden Konjunkturerwartungen schwankten.

Nickel
Der europäische Edelstahlmarkt zeigte sich im September 2026 weiterhin verhalten. Zwar haben sich die Rahmenbedingungen für die europäischen Edelstahlproduzenten durch handelspolitische Maßnahmen verbessert, eine nachhaltige Belebung der Endnachfrage ist bislang jedoch nicht zu erkennen.
Nach einer aktuellen Markteinschätzung von EUROMETAL ist der europäische Markt für Flachprodukte im September von einer sehr schwachen Nachfrage geprägt. Die Marktteilnehmer berichten von hohen Lagerbeständen bei den Abnehmern. Eine nachhaltige Erholung von Nachfrage und Preisen wird deshalb von einigen Marktteilnehmern erst erwartet, wenn diese Bestände wieder abgebaut sind. Für den Edelstahlschrottmarkt ist insbesondere die Entwicklung bei den Werken entscheidend. (Quelle: Eurometal)

Aluminium
Der europäische Aluminiummarkt zeigte sich im September 2026 weiterhin von einer verhaltenen Nachfrage geprägt. Nach dem zwischenzeitlichen Aufwärtstrend zu Monatsbeginn haben die Notierungen im weiteren Monatsverlauf wieder nachgegeben. Gleichzeitig bleibt das Angebot an Aluminiumschrotten knapp. Damit treffen eine zurückhaltende Nachfrage der verarbeitenden Industrie und ein begrenztes Schrottaufkommen aufeinander – eine Konstellation, die den Markt weiterhin in Bewegung hält. Für die kommenden Wochen dürfte deshalb neben der Entwicklung der LME insbesondere die Verfügbarkeit von Aluminiumschrott ein wichtiger Preisfaktor bleiben. Sinkende Produktionsmengen in der Automobil- und verarbeitenden Industrie bedeuten ein niedrigeres Schrottangebot. Dadurch kann sich die verfügbare Menge an hochwertigem Neuschrott weiter verknappen. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt die Entwicklung der industriellen Nachfrage der zentrale Faktor. Sollte sich die Konjunktur in Deutschland und Europa weiter abschwächen, könnte dies die Nachfrage nach Primär- und Sekundäraluminium zusätzlich belasten. (Quellen: Westmetall, MBI Metalle Monitor)

Buntmetalle
Der Kupferpreis kletterte in den letzten Wochen auf rund 14.800 US-Dollar pro Tonne – ein Plus von etwa 19 Prozent seit Jahresbeginn. Im Monatsverlauf schwankten die Notierungen zwischen Angebotsengpässen, geopolitischen Risiken und nachlassenden Konjunkturerwartungen.
Treiber dieser Entwicklung sind unter anderem die US-Zollpolitik. Die Erwartung möglicher Importzölle auf raffiniertes Kupfer hat massive Lieferungen in die USA ausgelöst und war damit der eigentliche Preistreiber. Durch die Umlenkung von Kupferströmen in die USA sind die Bestände außerhalb der USA spürbar geschrumpft. An der LME gingen die Lagerbestände seit Mitte Mai zeitweise um fast die Hälfte zurück. Ganz anders verhält sich die Lage am deutschen Kupfermarkt. Die physische Nachfrage nach Kupfer ist stark zurückgegangen und die Hüttenabschläge sind durch die hohen LME-Notierungen weiter gestiegen. Es ist auch weiterhin mit großen Preisschwankungen zu rechnen, besonders wenn Gewinnmitnahmen anstehen.
(Quellen: Handelsblatt, MBI Metalle Monitor, Commerzbank Research, Wall Street Journal)
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