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Gesamte Kreislaufwirtschaft leidet unter den Folgen des Iran-Krieges
Der anhaltende Nahostkonflikt sorgt weiterhin für spürbare Verunsicherung im internationalen Schrotthandel und beeinflusst die gesamte Kreislaufwirtschaft. Die hohen Energiepreise führen weltweit zu steigenden Produktions- und Logistikkosten. Zusätzlich belasten gestörte Lieferketten den ohnehin fragilen Markt und verstärken die bestehende Unsicherheit.
Insgesamt resultieren diese Faktoren in weiter anziehenden Stahlpreisen. Auch die IKB Deutsche Industriebank bestätigt in ihrem aktuellen Rohstoffradar (April 2026) diese Entwicklung und erwartet bis zum Ende des zweiten Quartals weiterhin steigende Preise.
Im April verzeichneten auch die Stahlschrottpreise eine leichte Aufwärtsbewegung. Bis Mitte des Monats war eine Seitwärtsbewegung der Preise festzustellen. Je nach Bedarf und Auftragslage der Werke stiegen im weiteren Verlauf des Monats die Preise für Altschrott um rund 10,00 Euro pro Tonne, während Neuschrott teilweise um 5,00 Euro pro Tonne höher vergütet wurde. Die Kaufaktivitäten der türkischen Stahlproduzenten, die in den vorangegangenen zwei Monaten zurückhaltend agierten, wurden als einer der Hauptgründe für diese Preisanpassungen identifiziert.
Die Nachfrage zeigte sich hingegen leicht rückläufig und stellt damit eine zusätzliche Belastung für die Stahlrecyclingbranche dar. Viele Stahlwerke agieren vorsichtig und decken ihren Bedarf überwiegend kurzfristig.
Zusätzlich setzen hohe Dieselzuschläge sowie die nach wie vor unzuverlässige Bahnlogistik die Marktteilnehmer unter Druck. In einer Phase steigender Dieselpreise erweisen sich fehlende Waggonkapazitäten als kritischer Engpass, der die Lieferfähigkeit und Flexibilität der Unternehmen beeinträchtigt.
Metalle
Die Preise für Industriemetalle zeigten sich trotz des Nahost-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus robust. Der Index der London Metal Exchange (LMEX) erreichte in KW 17 sogar ein neues Rekordhoch. Commerzbank Research sieht die Preistreiber dafür auf der Angebotsseite. Dies trifft insbesondere auf Aluminium zu, da die Golfregion ein wichtiger Anbieter von Primäraluminium ist.
(Quelle: Commerzbank Research, April 2026)

Nickel
Die Nickelnotierung hat in letzter Zeit erheblich zugelegt und liegt aktuell bei über 19.000,00 US-Dollar pro Tonne. Trotz dieser Preissteigerungen sind die Auswirkungen auf die Preise für Edelstahlschrotte begrenzt. Die Werke haben ihren Bedarf zurückgefahren und passen ihre Nickel-Inhaltspreise entsprechend an. Im Kontrast dazu erleben wolframlegierte Werkstoffe eine explosive Preisentwicklung, was auf eine spezifische Nachfrage in diesem Segment hinweist.

Aluminium
Wie schon im letzten Jahr kommt es erneut zu Engpässen bei Sekundär-Aluminiumschrotten. Die Verfügbarkeit hat sich deutlich verschlechtert. Die Sekundärschmelzwerke sind gut ausgelastet und berichten von einer guten Auftragslage.
Die Preise für Sekundäraluminium sind stark angestiegen, was auch die Kosten für Umschmelzblöcke in die Höhe treibt. Die Sperrung der Straße von Hormus hat die Lieferungen von Primäraluminium nahezu zum Erliegen gebracht, was die Preisanstiege zusätzlich verstärkt.
Commerzbank Research hebt hervor, dass die Angebotsseite der Haupttreiber dieser Preisentwicklung ist, insbesondere in Anbetracht der Rolle der Golfregion als bedeutender Anbieter von Primäraluminium.
(Quelle: MBI NE-Metalle Monitor, 24.04.2026)

Buntmetalle
Die Kupferpreise sind seit Jahresbeginn um fast vier Prozent gestiegen und erreichten Ende Januar ein Rekordhoch von 14.528,00 US-Dollar pro Tonne. Allerdings fielen die Kurse im März zeitweise unter 12.000,00 US-Dollar pro Tonne – aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.
Der Kupfermarkt bleibt angespannt und volatil, wobei die Werke ihre Hüttenaufschläge je nach Kursniveau an die zusätzlichheiten anpassen. Die Versorgung mit Kupferschrotten scheint derzeit gesichert zu sein, doch die hohen Energiekosten und die Beschaffung zentraler Betriebsmittel, wie beispielsweise Schwefel, stellen weiterhin große Herausforderungen dar. (Quelle: MBI NE-Metalle Monitor, 10./24. April 2026)
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