Schrottmarktbericht Juni 2026

Stabile Nachfrage bei nahezu unverändertem Preisniveau

Der deutsche Stahlschrottmarkt zeigte sich im Juni insgesamt stabil. Die Nachfrage der inländischen Stahlwerke sowie der Abnehmer im benachbarten europäischen Ausland blieb auf einem guten Niveau, getragen von einer weiterhin soliden Auftragslage und einer entsprechend hohen Auslastung.

Die Versorgungssituation bleibt jedoch unverändert angespannt. Der Schrotteingang blieb vielerorts hinter den Erwartungen zurück. Hintergrund ist, dass zahlreiche Betriebe weiterhin in Kurzarbeit sind oder ihre Produktion aufgrund schwacher Auftragseingänge reduziert haben. Entsprechend fiel das Schrottaufkommen geringer aus.

Vor diesem Hintergrund blieben die Schrottpreise im Monatsverlauf je nach Sorte und regionalem Bedarf weitgehend stabil. Nennenswerte Preisbewegungen waren nicht zu verzeichnen.

Die türkischen Importmärkte zeigten sich erst gegen Ende des Monats wieder aktiver, ohne jedoch wesentliche Impulse auf das europäische Preisniveau auszuüben. Der Export in Richtung Asien blieb insgesamt schwach.

Die Logistik im Recyclinggeschäft gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ursache sind vor allem das Niedrigwasser im Rhein sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit von Bahnwagen. Auch Speditionen bieten derzeit keine verlässliche Ausweichlösung, da dort ebenfalls Kapazitätsengpässe bestehen.

Aussichten

Mit Blick auf die kommenden Wochen ist saisonbedingt mit einer nachlassenden Nachfrage zu rechnen, da in einigen Werken die Sommerferien beginnen.

Für den Monat Juli wird daher derzeit von einem insgesamt unveränderten bis leicht schwächeren Preisniveau ausgegangen.

Metalle

Die Metallmärkte gerieten ab Monatsmitte unter Druck und verzeichneten deutliche Preisrückgänge. Nach Einschätzung von Commerzbank Research spiegelt diese Entwicklung vor allem die wachsende Zurückhaltung in den wichtigsten Absatzmärkten China und den USA wider.

Legierter_Schrott

Nickel

Die Notierungen für Nickel sind in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung hat sich insbesondere auf höher legierte Schrottqualitäten ausgewirkt. Entsprechend hat sich die Nachfrage nach legierten Schrotten spürbar abgeschwächt. Seitens der Werke wurde ein geringerer Bedarf gemeldet; gleichzeitig wurden die Einkaufspreise deutlich reduziert.

Aluminium

Aluminium

Der Aluminiummarkt verzeichnete im Berichtsmonat eine deutliche Korrektur nach unten. Auslöser war vor allem die absehbare Einigung zwischen den USA und dem Iran, die zu sinkenden Energiepreisen führte. In der Folge gaben die Notierungen gegenüber dem Vormonat um rund 400 USD je Tonne nach.

Zusätzlich wird mit einem steigenden Angebot gerechnet, insbesondere durch die erwartete Öffnung der Straße von Hormus. Dies setzte die Preise weiter unter Druck. Auch die Blockpreise sind in den vergangenen Wochen aus denselben Gründen spürbar gefallen.

Auf der Nachfrageseite zeigte sich zum Monatsende eine Abschwächung. Die Nachfrage nach Sekundärschrotten hat nach der Rallye im Vormonat nachgelassen, und die Preise werden entsprechend nach unten korrigiert. Auch im Primäraluminium deuten sich erste Nachfragerückgänge an. Die gezahlten Prämien für Halbzeug fähige Primärqualitäten sind ebenfalls rückläufig.

Kupfer

Buntmetalle

Nach der kräftigen Preisrallye der vergangenen Monate zeigt sich der Kupferpreis zuletzt schwächer und notiert aktuell bei rund 13.400 USD/t. Auslöser sind Gewinnmitnahmen sowie eine kurzfristige Entspannung auf der Nachfrageseite.

An den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich jedoch wenig geändert: Das Angebot an Kupferkonzentraten bleibt knapp. Produktionsstörungen und begrenzte Schmelzkapazitäten – insbesondere in China – wirken weiterhin belastend.

Gleichzeitig stützt die strukturell steigende Nachfrage, insbesondere durch den Ausbau von KI-Infrastruktur und Rechenzentren, den Markt auf mittlere Sicht.

Analysten gehen daher trotz der aktuellen Konsolidierung weiterhin von einem engen Markt mit entsprechendem Aufwärtspotenzial bei den Preisen aus.

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