Schrottmarktbericht Oktober 2016

Nachdem die türkischen Stahlwerke bereits Ende September ihren Stahlschrottbedarf für November zu reduzierten Preisen anmeldeten, überraschte es nicht, dass die Stahlwerke in Deutschland, sowie im benachbarten Ausland, auf diesen Zug mit aufsprangen und die Stahlschrottpreise im Oktober um € 20,00/t zurücknehmen wollten. Die Verhandlungen gestalteten sich dementsprechend zäh und langwierig. Die Nachfrage fast aller Werke war gut, so dass sich bei zusätzlich guten Exportmöglichkeiten Richtung Indien, die Preise letztendlich auf minus € 10,00/t bis € 15,00/t einpendelten. Je nach Werk und Preisbasis des Vormonats variierte der Preisabschlag pro Sorte unterschiedlich.

Aussichten

Die türkischen Werke konnten bis jetzt ihre Zukäufe für November nicht vollständig tätigen. Nur bei gewissen Preiszugeständnissen werden sie sich mit den gewünschten Mengen eindecken können. Das Angebot an Stahlaltschrott ist knapp und wird sich in den nächsten Monaten erfahrungsgemäß, auf Grund der Jahreszeit, noch verringern. Dies könnte durchaus eine Preiserhöhung nach sich ziehen. Zu beobachten ist ein verhaltener Optimismus der Stahlwerke. Die Situation ist zwar immer noch sehr angespannt, aber die Auftragslage hat sich leicht gebessert.

Positiv wirken sich auch die Antidumping-Zölle der EU aus. Es wird vorerst kein weiterer Billigstahl aus China erwartet. Auch die gestiegenen Preise für Kokskohle werden in naher Zukunft ebenfalls einen positiven Effekt auf den internationalen Schrottmarkt haben. Die Preise für Kokskohle haben sich in den letzten Monaten mehr als verdoppelt und sind mittlerweile auf US$ 200,00/t gestiegen.

Sobald die integrierten Hüttenwerke beginnen wieder mehr Schrott einzusetzen, wird die Schrottnachfrage deutlich steigen. Denn immerhin werden weltweit über 70 % des Rohstahls über die Roheisenschiene erzeugt. Die Branche erwartet in den nächsten Monaten keine großen Preissprünge nach oben, aber fest steht, dass die Preise nicht weiter fallen werden.

Legierter_Schrott

Legierter Schrott

Was früher über die Kupferkurse gesagt wurde, scheint nun auf Nickel zuzutreffen. In den letzten Wochen waren hier extreme Kurschwankungen nach oben, sowie nach unten festzustellen. In der Fachpresse war über Minenschließungen auf den Philippinen zu lesen, die evtl. zu einer Verknappung an Nickelerzen führen könnte, zumal die indonesische Regierung an dem Exportverbot von Nickelerzen festhält. Dies könnte in naher Zukunft steigende Edelstahlpreise nach sich ziehen. Fakt ist, dass die Lagerbestände an der LME weiterhin sehr hoch sind und diese erst abgebaut werden müssen. Fakt ist auch, dass die Edelstahlwerke die Vergütung für Nickelinhaltspreise zurückgenommen haben und so auf die höheren Kursnotierungen reagiert haben. Trotz schwankender Kurse waren die Schrottpreise für alle legierten Schrotte auf stabilem Niveau und eine gute Auftragslage der Werke sorgte für guten Abfluss.

Aluminium

Aluminium

Die Aluminiumnotierung an der LME stieg in der ersten Monatshälfte auf knapp über € 1.500,00/t und näherte sich somit den Hochs vom Juli und August. Die Aluminiumschmelzwerke reagierten prompt und nahmen ihre Prämien für Halbzeug fähige Aluminiumschrotte zurück; dies auch bedingt durch ein gutes Angebot an diesen Qualitäten und hohen Lagerbeständen. Zeitnahe Anlieferungstermine sind so gut wie ausgeschlossen. Der Markt für Sekundärblöcke der Standardqualität 226 wird durch ein hohes Überangebot bestimmt, so dass die Blockpreise teilweise unter € 1.500,00/t fielen. Die Auftragslage bei den Sekundärwerken bleibt zwar gut, allerdings ziehen die fallenden Blockpreise auch die Preise für Sekundärschrotte nach unten.

Kupfer

Buntmetalle

Wenig zu berichten gibt es diesen Monat über die Entwicklung der Kupferpreise. Die Notierungen waren überwiegend stabil und nur von geringen Kursschwankungen gekennzeichnet. Die Kupferhütten sind gut bevorratet und haben ihre Abschläge erhöht. Der Handel reagiert darauf mit geringen Verkaufsaktivitäten.